Gauting:Mit Eckart Bruchner ins Kino

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Gauting: Eckart Bruchner

Der evangelische Geistliche und Cineast Eckart Bruchner ist als Filmpfarrer bekannt. Der heute 77-Jährige hatte seine Filmgespräche nach dem GAU von Tschernobyl gestartet.

(Foto: Nila Thiel)

Filmpfarrer setzt Gesprächsreihe fort, Auftakt ist diesen Donnerstag

Von Blanche Mamer, Gauting

"Wir müssen uns um die Kultur kümmern, wieder ins Theater und ins Kino gehen", sagt der Gautinger Filmpfarrer Eckart Bruchner. Um einen Anreiz zu schaffen und alte Angebote aufzugreifen, startet er jetzt wieder seine Reihe mit Filmgesprächen im Gautinger Breitwand-Kino. Auftakt ist an diesem Donnerstag um 19.30 Uhr: Bruchner präsentiert "Niemand ist bei den Kälbern" von Sabrina Sarabi. Protagonistin des Films ist die 24-jährige Christin, gespielt von Saskia Rosendahl, die mit ihrem Freund Jan (Rick Okon) auf dem Milchviehhof von dessen Familie in einer Einöde in Mecklenburg-Vorpommern lebt. Und widerwillig mitarbeitet. Der Geruch der Tiere, der Dreck im Stall, die schwere Arbeit, das kann sie alles kaum noch ertragen. Sie träumt vom Leben in der Stadt, von einem sauberen Bürojob. Die Liebe zu Jan ist längst erloschen. Als der 20 Jahre ältere Windkraftingenieur Klaus (Godehard Giese) im Ort auftaucht, ist sie verloren. Bruchners Thema: "Die Einsamkeit ist im Innern."

Bereits am Donnerstag, 3. Februar, steht ein Filmgespräch-Extra auf Bruchners Agenda: "Schattenstunde" von Benjamin Martins. Der Film stützt sich auf die Tagebücher des evangelischen Schriftstellers und Liederdichters Jochen Klepper, der mit seiner jüdischen Frau und deren Tochter im Winter 1942 den Freitod wählte. Der Film beginnt mit einer unheilvollen Begegnung: Jochen Klepper trifft auf den SS-Obersturmbannführer und Organisator des Holocausts, Adolf Eichmann. Denn als die Ausreise von Johanna und Tochter Renate scheitert und deren Deportation bevorsteht, stellen die Nazis ihn vor die Alternative: der Mischehe abzuschwören und weiterzuleben - oder ebenfalls verfolgt zu werden. Die Familie entscheidet sich, gemeinsam zu sterben, noch in derselben Nacht vom 10. auf den 11. Dezember, mit Tabletten und Gas. Um das Klaustrophobische der Zeit und die Ausweglosigkeit auszudrücken, lässt Martins die Bilder immer enger werden, bis zu einem kleinen Quadrat mitten auf der Leinwand.

Für Donnerstag 24. Februar, hat Bruchner "Belfast" von Kenneth Branagh ausgesucht. Der Schwarzweißfilm mit dem neunjährigen Jude Hill als Buddy, Jamie Dorman als Pa und Caitriona Bolfe als Ma spielt 1964. Am 24. März spricht Bruchner über die Doku "Silence Breakers" von Silvina Landsmann , der von israelischen Soldaten berichtet, die ihr Vorgehen in den besetzten Gebieten in Frage stellen. Mit Sönke Wortmanns "Eingeschlossene Gesellschaft" nach einer Geschichte von Jan Weiler endet am 28. April die vorläufige Liste der Filmgespräche. "Doch es geht weiter", verspricht Bruchner.

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