Schülerprojekt in Gauting:600 Lego-Steine für die Barrierefreiheit

Gauting : Bäckerei Cramer - Schulaktion barrierefreies Gauting mit selbstgebauten Legorampen

Lehrer Quirin Schuster zeigt zusammen mit seinen Schülern, wie die Rampen funktionieren. Laut Initiatorin Martina Ottmar (hinten links) sollen diese in vier Geschäften zum Einsatz kommen.

(Foto: Nila Thiel)

Sechstklässler bauen im Religionsunterricht Rampen, über die Rollstuhlfahrer Geschäfte im Ort erreichen können

Von Cora Krüger

Mit kleinen Bausteinen Großes bewirken: Schülerinnen und Schüler des Otto-von-Taube-Gymnasiums in Gauting haben im evangelischen Religionsunterricht Rollstuhlrampen aus Lego gebaut. Eingesetzt in vier Geschäften in Gauting sollen sie für Barrierefreiheit sorgen. Am Montag wurden die ersten Rampen in der Bäckerei Cramer eingeweiht.

Die Idee für die Aktion hatte die Gautinger Inklusionsbeauftragte Martina Ottmar. "Ich habe in der Zeitung gelesen, dass es ähnliche Projekte in München und anderen Großstädten gibt, und fand die Idee super", erzählt Ottmar. Zur Umsetzung wandte sie sich an Quirin Schuster vom Otto-von-Taube-Gymnasium. Im evangelischen Religionsunterricht begann der Lehrer, mit seinen Sechstklässlern an den Rampen zu arbeiten. "Die Schülerinnen und Schüler waren sofort Feuer und Flamme", so Schuster. Zunächst malten die Kinder Plakate und verteilten sie in der Schule, um Steine für das Projekt zu sammeln. Um herauszufinden, wo in Gauting die Rampen benötigt werden, war Ottmar zuvor bei Geschäften in der Gemeinde unterwegs. Neben der Bäckerei Cramer erhalten in den kommenden Tagen noch drei weitere Läden jeweils zwei Rollstuhlrampen: Das Reisebüro "Fantasia Reisedienst", der Bioladen "Naturkost" und das Geschäft "Saus und Brause".

Nachdem die Schülerinnen und Schüler die Stufen vor den Geschäften vermessen hatten, ging es an den Bau. Pro Rampe wurden je nach Größe etwa 500 bis 600 Legosteine verbaut, schätzt Schuster. Seit Herbst vergangenen Jahres haben die Schülerinnen und Schüler an dem Projekt gearbeitet, die insgesamt acht Rampen hätten schon im Winter fertig sein sollen. Durch Distanz- und Wechselunterricht hat sich der Bau jedoch etwas verzögert. Insgesamt seien etwa zwei Monate Arbeit in die Rampen geflossen, sagt der Lehrer.

Für ihren tatkräftigen Einsatz wurden die Schülerinnen und Schüler bei der Einweihung von der Bäckerei belohnt. Für jeden gab es eine Kugel Eis

© SZ vom 27.07.2021
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