Gauting Lautlos ins Ziel

Blick unter die Haube: Besucher der Eruda am Gautinger Rathausplatz.

(Foto: Franz Xaver Fuchs)

Die Elektroautos, die an der Eruda teilgenommen haben, ziehen am Sonntag vor dem Gautinger Rathaus viele Besucher an

Von Otto Fritscher, Gauting

Langsam trudeln die Gefährte ein, lautlos, wie es sich für E-Autos gehört, die an der Elektro-Rallye Eruda teilgenommen haben. Einige dürfen durch den Zielbogen auf den Vorplatz des Gautinger Rathauses fahren, andere müssen an diesem Sonntagnachmittag mit einem Parkplatz in der benachbarten Schulstraße oder weiter weg gelegenen Stellplätzen Vorlieb nehmen. Wobei der Name Eruda - die Abkürzung für "Elektrisch rund um den Ammersee" - schon lange nicht mehr stimmt.

Es ist seit 2013 die sechste Ausfahrt ausschließlich für Stromer, die Werner Hillebrand-Hansen und seine Frau Marita organisieren. Die Teilnehmerzahlen sind von Jahr zu Jahr rasant gewachsen, diesmal gingen 259 Gefährte an den Start. Die weiteste Anreise hatte Thomas Kalvass, der mit seinem Opel Ampera 2723 Kilometer aus St. Petersburg gekommen war. "Für viele ist die Eruda ein Kurzurlaub, sie bleiben einige Tage in Bayern", erklärt Marita Hansen. Und es geht schon längst nicht mehr nur um den Ammersee. Diesmal führte die Strecke sogar auf den höchsten mit Autos befahrbaren Alpenpass, den Rettenbachferner mit mehr als 2800 Metern Seehöhe. "Die Autos haben das gut geschafft. Das einzige Problem waren ein paar Staus, aber nicht die Batterien", sagt Marita Hansen. Bei eventuellen Problemen helfen sich die Teilnehmer über eine Whatsapp-Gruppe gegenseitig aus.

Es ist allerdings auch ein Gefährt dabei, das weniger auf Alltagstauglichkeit als auf Spaß ausgelegt ist: Horst Pipp hat die Rallye in einem Kyburz Erod zurückgelegt, einem offenen E-Auto, das aus einem Schweizer Bausatz zusammengefügt ist. "Es macht einfach Spaß, mit dem Auto auf einem Parkplatz im Kreis zu driften, allerdings muss man nach dem zehnten Kreis aufhören, weil das Gummi der Reifen zu stinken anfängt", erklärt er und lacht. Allerdings hat er mit seinem Gefährt den Rettenbachferner ausgespart. Und seine Driftkünste zeigt er in Gauting, auf dem Rasen des Rathausvorplatzes, lieber nicht.

Marita Hansen blickt der weil schon wieder nach vorne. "Wir haben jetzt schon Anmeldungen für die Eruda 2019", sagt sie, "mehr als in den Jahren zuvor." Es scheint so, als ob der diesjährige Teilnehmerrekord von 259 Fahrzeugen überboten werden könnte. Die Organisation für die Eruda 2019 beginnt in den nächsten Tagen. Hauptort mit Fahrerlager und Ladepark mit den Ladestationen wird nächstes Jahr Landsberg sein.