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Gauting:Kompetente Elf

Stockdorf: CSU Brigitte Kössinger und Stephan Ebner

CSU-Gemeinderat Stephan Ebner.

(Foto: Nila Thiel)

Der Gemeinderat beruft Fachleute als Referenten

Von Michael Berzl, Gauting

Wie von den Grünen vorgeschlagen und gleich in der ersten Sitzung im Mai beschlossen, gibt es nun in Gauting Referenten aus den Reihen des Gemeinderats, die sich um bestimmte Spezialgebiete in der Kommunalpolitik kümmern sollen. Sie sollen zugleich überparteiliche Ratgeber für die Fraktionen und Ansprechpartner für die Bürgerschaft sein. Einmütig hat sich der Gemeinderat für dieses Modell ausgesprochen, das zuvor unter Federführung von Stephan Ebner (CSU) und Hans Wilhelm Knape (Grüne) eine siebenköpfige Arbeitsgruppe mit Vertretern aller Fraktionen entwickelt hat. Elf Posten sind demnach vorgesehen, die in der Sondersitzung am Donnerstag auch gleich besetzt wurden; und zwar mit Gemeinderäten, die jeweils einschlägige Vorkenntnisse haben.

Die Radiojournalistin Britta Hundesrügge (FDP) ist demnach für Bildungsthemen zuständig, also auch für Schulen und Kindergärten. Die dreifache Mutter hatte sich selbst in Elterninitiativen engagiert, als sie für ihre eigenen Kinder Betreuungsplätze suchte. Fachmann für Finanzen und Liegenschaften wird Michael Vilgertshofer (CSU), der sich als Rechtsanwalt in einer Wirtschaftskanzlei in diesem Metier auskennt. Harald Ruhbaum (Mifü 82131), der Vorsitzende des Gewerbeverbands "Zusammen für Gauting", ist Ansprechpartner, wenn es um Gewerbe, Handel und Handwerk geht. Dass Grünen-Gemeinderat Knape das Referat für Klimaschutz, Umwelt und Natur übernimmt, lag ebenso nahe, da er sich in diesem Bereich seit langem in vielfältiger Weise engagiert, zum Beispiel als Gründungsmitglied des Energiewendevereins oder als Konstrukteur eines Hauses, das mehr Energie produziert, als es verbraucht.

Mit der Kulturszene kennt sich wiederum der Musiker Stefan Berchtold (Piratenpartei/MfG) aus, er kümmert sich darum nun auch als Referent. Mobilität ist das Gebiet, dem sich der junge CSU-Gemeinderat Florian Egginger widmet, die Architektin Susanne Köhler (Grüne) nimmt sich der Ortsentwicklung an, während die Bibliothekswissenschaftlerin Carola Wenzel (SPD), die auch Kunstgeschichte studiert hat, für die Ortsgeschichte zuständig ist. Der Feuerwehrmann Richard Eck (UBG) übernimmt mit Rettungswesen und Katastrophenschutz nun als Referent offiziell einen Bereich, in dem er ohnehin schon seit vielen Jahren als kundiger Experte und Ansprechpartner gilt. Für Soziales, Familie und Inklusion ist Michaela Reißfelder-Zessin (Grüne) zuständig; sie ist Gründerin einer Unternehmensberatung und Expertin für Organisations- und Führungskräfteentwicklung. Vereine, Sport, Städtepartnerschaften und sonstiges Ehrenamt werden das Aufgabenfeld von CSU-Gemeinderat Stephan Ebner, der auch Vorsitzender des TSV Pentenried ist. Auf diese Personalien hatte sich der Arbeitskreis geeinigt, der sich seit Mai insgesamt dreimal traf.

Einhellig berichteten die Gemeinderäte Ebner und Knape, die es in die Hand genommen hatten, ein Referentensystem vorzubereiten und einen rechtlichen Rahmen zu formulieren, von einer guten und konstruktiven Arbeitsatmosphäre. Strittig blieb ein einziges Thema: ob die Referenten für ihren zusätzlichen Aufwand eine zusätzliche Bezahlung bekommen sollen. Eine knappe 17:14-Mehrheit lehnte das am Donnerstag ab, so dass es keine Extra-Vergütung gibt.

© SZ vom 11.07.2020

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