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Gauting:Kindergarten mit Obergrenze

Hechendorf : Fröbel Kindergarten

Spielen und basteln können Buben und Mädchen in einer ganzen Reihe von Kindergärten in Gauting. Mehr als 960 Betreuungsplätze stehen insgesamt zur Verfügung. Die Nachfrage ist aber noch größer.

(Foto: Nila Thiel)

Am Schulzentrum soll eine neue Tagesstätte für bis zu 75 Kinder entstehen. Da der Bedarf jedoch höher liegt, werden Standorte für weitere Betreuungseinrichtungen gesucht

Von Michael Berzl, Gauting

Weil Betreuungsplätze fehlen, will die Gemeinde Gauting einen weiteren Kindergarten bauen. Direkt angrenzend an das Schulzentrum am Ortsrand gibt es auch ein passendes Grundstück in kommunaler Hand, das seit vielen Jahren genau für diesen Zweck vorgesehen ist. Von einem Neubau für sechs Gruppen war die Rede, als vor gut einem Jahr erstmals öffentlich darüber beraten wurde. Einigen Gemeinderäten erscheint das aber zu groß. Einstimmig ist daher am Dienstag nach einer langen und kontroversen Debatte eine Obergrenze von 75 Kindern beschlossen worden. Das wären je zwei Gruppen für Kindergarten und Krippe.

Im Wald neben dem Schulsportplatz in der Verlängerung der Wiesmahdstraße gehören der Gemeinde gut zwei Hektar Grund. In dem dort gültigen Bebauungsplan ist für Kindergartennutzung ein quadratisches Baufenster festgesetzt worden, in dem Gebäude mit einer Grundfläche von maximal 1500 Quadratmeter zulässig sind. Dafür wird nun eine Machbarkeitsstudie mit Obergrenze in Auftrag gegeben.

"Wir brauchen dringend Plätze", erklärte in der Gemeinderatssitzung Alexandra Heckl, die im Rathaus den Geschäftsbereich leitet, der auch für Kinder und Schulen zuständig ist. Wie groß der Mangel ist, zeige sich gerade wieder bei der laufenden Anmeldung. Aktuell könnten nach ihren Worten 130 Kinder noch nicht untergebracht werden können, und weitere 130 werden außerhalb der Gemeinde betreut. Zusammen mit einer vom Landratsamt Starnberg geforderten Zehn-Prozent-Reserve fehlten theoretisch sogar 350 Plätze. Nach Angaben des Rathauses stehen derzeit 961 Betreuungsplätze zur Verfügung. Der Bedarf wächst ständig.

Um herauszufinden, wo im Ort Kindergärten gebraucht werden und wo denkbare Standorte wären, hat die Rathausverwaltung umfangreiche Hausaufgaben bekommen. Bis zu den Sommerferien soll sie Bedarf, Auslastung und Erweiterungsmöglichkeiten eruieren und außerdem auflisten, wo sich bebaubare Grundstücke der Gemeinde befinden. Dafür soll dann ein Büro ein Standortgutachten nach bestimmten Bewertungskriterien erstellen. Ein breites Bündnis aus vier Fraktionen hat dieses Vorgehen vorgeschlagen und für diesen Antrag eine knappe 16:15-Mehrheit bekommen. Grüne, SPD, FDP und die Fraktion Miteinander-Füreinander 82131 erhoffen sich davon einen standortgerechten Bedarfsplan für die nächsten zehn bis 15 Jahre und schließlich ein über Gauting verteiltes Angebot, um mit kurzen Wegen die Verkehrsbelastung möglichst gering zu halten. In einer schriftlichen Erläuterung zu ihrem Antrag hatten diese Fraktionen noch erklärt, sie sähen sich mit den vorliegenden Grundlagen nicht in der Lage, einer Machbarkeitsstudie für eine Kindertagesstätte an der Wiesmahdstraße zuzustimmen. Das hat sich im Lauf der Debatte und nach einer Beratungspause geändert.

Aus ihrem eigenen Antrag haben sie ferner den Passus gestrichen, dass die Verwaltung ermitteln soll, wo Menschen über 70 Jahre wohnen, um herauszufinden, wo ein Generationswechsel bevorsteht und junge Familien nachziehen.

© SZ vom 29.04.2021
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