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Konstituierende Sitzung:Gautinger Grüne gehen leer aus

Gauting Bürgermeister

Gauting Bürgermeister Gautings Bürgermeisterin Brigitte Kössinger und ihre Stellvertreter Markus Deschler (links) und Jürgen Sklarek.

(Foto: Michael Berzl)

Gemeinderat wählt Jürgen Sklarek und Markus Deschler zu stellvertretenden Bürgermeistern.

Bei der Vergabe der Posten der beiden stellvertretenden Bürgermeister in Gauting gehen die Grünen leer aus. Obwohl sie nach der CSU die stärkste Fraktion stellen, obwohl ihr Kandidat Hans Wilhelm Knape in die Stichwahl gegen Brigitte Kössinger (CSU) gekommen war und dabei knapp dran war, selbst zum Ersten Bürgermeister gewählt zu werden. Bei der konstituierenden Sitzung des neuen Gemeinderats am Dienstag in der Unterbrunner Mehrzweckhalle hat der 59-Jährige aus Hausen aber zwei Mal eine Niederlage kassiert. Mit jeweils 18 zu 13 Stimmen hat die deutliche Mehrheit der Gemeinderäte Jürgen Sklarek (Miteinander-Füreinander 82131) wieder zum Vize-Bürgermeister und Markus Deschler (FDP) als weiteren Stellvertreter gewählt. Das Amt des Dritten Bürgermeisters wurde in Gauting neu geschaffen. Da herrschte Einigkeit.

Mit diesem Ausgang der Stellvertreter-Wahlen hatte Knape schon gerechnet, seit ihm Deschlers Kandidatur bekannt war. Das Ergebnis ist in seinen Augen "eine Demonstration der Macht", wie er am Tag danach sagte; damit seien die Weichen für die kommende Amtsperiode gestellt. Die Grünen, die mit acht Gemeinderäten vertreten sind, würden von Anfang an in die Rolle der Opposition zurückgedrängt.

Die Wahlen der stellvertretenden Bürgermeister sind geheim, wer wie abgestimmt hat, ist also nicht bekannt. Rechnerisch plausibel wäre aber, dass außer der neunköpfigen CSU-Fraktion und der Bürgermeisterin auch die beiden Vertreter der UBG sowie die jeweils drei Gemeinderäte von Mifü und FDP nacheinander für Sklarek und Deschler gestimmt haben. So käme jedenfalls die Mehrheit von 18 Stimmen zusammen. "Ich gratuliere den Wahlsiegern", sagte der unterlegene Bewerber Knape am Mittwoch der SZ. Nun komme es auf Sacharbeit an, damit sich in den nächsten sechs Jahren die Verhältnisse so änderten, dass die Grünen dann die stärkste Kraft seien.

Jens Rindermann sprach nach der ersten Abstimmungsniederlage davon, der Gemeinderat habe eine Chance verpasst, ein Signal für Kompromissbereitschaft zu geben. Die neue Gemeinderätin Susanne Köhler sah sogar einen "Wählerauftrag" darin, dass der Beinahe-Gleichstand von CSU und Grünen nach außen sichtbar werde. Weitere Abstimmungen stehen an diesem Donnerstag bevor, wenn der Gemeinderat erneut in Unterbrunn seine Beratungen fortsetzt. Dann steht die Geschäftsordnung im Mittelpunkt, die Regeln für die Arbeit der Kommunalpolitiker vorgibt. Die Grünen haben dazu eine ganze Reihe von Änderungsvorschlägen formuliert. Unter anderem schlagen sie vor, die Posten von Referenten neu einzuführen. So etwas gibt es beispielsweise in der Nachbargemeinde Gilching, in Gauting bisher aber noch nicht. Eine erste Änderung an der bisher gültigen Geschäftsordnung ist bereits in der Auftaktsitzung am Dienstag mehrheitlich beschlossen worden. Demnach fangen die öffentlichen Sitzungen künftig um 19.15 Uhr und damit eine Viertelstunde früher an als bisher. Schluss ist demnach um 23 Uhr. Die Bürgerfragestunde wird zugleich gekürzt und dauert künftig nur noch 15 Minuten und nicht mehr eine halbe Stunde.

© SZ vom 14.05.2020
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