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Coronavirus im Landkreis Starnberg:Asklepios-Klinik wird Impfzentrum

Infektiologie-Oberärztin Marion Heiß-Neumann und Intensivmedizin-Chefarzt Lorenz Nowak haben bislang 130 Coronavirus-Patienten behandelt.

(Foto: Arlet Ulfers)

In Gauting sollen sich bis zu 250 Personen am Tag immunisieren lassen können. Für Altenheime sind mobile Teams vorgesehen. Die Zahl der Infektionen und der Intensivpatienten steigt.

Von David Costanzo und Carolin Fries

Während die Zahl der Infektionen mit dem Coronavirus wieder steigt, mehr Patienten auf den Intensivstationen behandelt werden müssen und ein weiterer Todesfall zu beklagen ist, hat der Landkreis einen Standort für sein Impfzentrum auserkoren. In der Asklepios-Klinik in Gauting sollen sich künftig bis zu 250 Menschen am Tag gegen den Erreger immunisieren lassen können, das Zentrum muss bis zum 15. Dezember einsatzbereit sein. Zudem sollen vier mobile Teams Einrichtungen wie Altenheime besuchen und die Bewohner dort impfen. Landrat Stefan Frey (CSU) sagt: "Jetzt hoffen wir nur, dass schnellstmöglich ein Impfstoff zur Verfügung steht, damit wir dann auch bald loslegen können."

Die Lungenklinik steht als Pandemiezentrum des Landkreises in der Bekämpfung der Erkrankung bereits an vorderster Front. Die Ärzte und Pfleger um den Chefarzt der Intensiv- und Beatmungsmedizin, Lorenz Nowak, und die Leitende Oberärztin der Pneumologischen Infektiologie, Marion Heiß-Neumann, haben seit März etwa 130 Patienten behandelt. Die Klinik hatte sich um das Impfzentrum beworben, das nun in ungenutzten Räumen entsteht und von einer Organisation betrieben werden soll, die das Landratsamt in einem nächsten Schritt sucht.

Den Ausschlag für den Standort hat laut Kreisbehörde gegeben, dass der Landkreis in dem Krankenhaus auf die vorhandene Infrastruktur aufbauen kann. Parkplätze sind vorhanden, Toiletten und Wlan auch. "Dort können wir - und das war uns besonders wichtig - in ortsfesten, gut ausgestatteten Räumlichkeiten und damit auch in kürzester Zeit ein Impfzentrum einrichten", sagt Frey. Der Landkreis schließt mit der Asklepios-Klinik nun einen Mietvertrag ab.

Die Staatsregierung hatte die Landkreise am 11. November aufgefordert, bis Mitte Dezember jeweils mindestens ein Impfzentrum einzurichten. Per Ausschreibung sucht das Landratsamt nun nach einem Betreiber, der Ärzte, medizinisches Fachpersonal sowie die Verwaltung stellt und alle Tätigkeiten von der Terminvergabe bis zum Pikser im Zentrum oder ambulant übernimmt - und auch noch die Einrichtung des Zentrums mitbringt. Die Logistik stellt eine Herausforderung dar: Der Impfstoff wird laut Kreisbehörde ultratiefgekühlt bei minus 70 Grad Celsius geliefert und muss dann in drei bis vier Tagen verabreicht sein. Das Zentrum soll montags bis freitags von 8 bis 18 Uhr öffnen.

Wie das Landratsamt am Mittwoch berichtete, ist ein Tutzinger, der 1929 geboren wurde und mit dem Virus infiziert war, am 20. November zu Hause gestorben. Auch wenn das Landratsamt eine andere Todesursache führt, rechnet es den Mann zu den bislang 17 Opfern im Landkreis hinzu.

In den Intensivstationen wächst die Zahl der Covid-19-Patienten leicht: Im Landkreis werden dort zehn Menschen behandelt, vor zwei Wochen waren es sieben und ein Verdachtsfall, sagt der Starnberger Klinikchef Thomas Weiler, der als Krisenmanager auch Dachau, Fürstenfeldbruck und Landsberg durch die Pandemie führen soll. In allen vier Landkreisen zusammen befinden sich 20 Patienten auf den Intensivstationen. Die Auslastung ist mit 70 belegten von insgesamt 87 Intensivbetten in etwa gleich geblieben.

Die Zahl der Infektionen im Landkreis ist wieder leicht gestiegen: Das Landratsamt verzeichnet 34 neue Fälle - darunter acht in Krailling, fünf in Tutzing und Gilching sowie vier in Pöcking. 24 Kinder und zwei Mitarbeiter des Starnberger Horts sowie eine zehnte Klasse der Mittelschule Tutzing mit 15 Schülern müssen nach je einer Infektion in Quarantäne.

© SZ vom 26.11.2020
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