Am 26. Dezember erhält der Landkreis die ersten 100 Dosen des Impfstoffs gegen das Coronavirus. "Ein bissl mehr hätte es schon sein können", sagte Landrat Stefan Frey (CSU) am Mittwochnachmittag auf dem Gelände der Gautinger Asklepios-Klinik. Dort soll ebenfalls am zweiten Weihnachtsfeiertag das Impfzentrum in Betrieb gehen, das der Kreisverband des Bayerischen Roten Kreuzes (BRK) binnen weniger Tage "aus dem Boden gestampft hat", wie Richard Aulehner sagte. Der BRK-Chefarzt rechnet allerdings nicht vor Mitte Januar damit, dass die provisorisch in dem Tagungsgebäude eingerichteten Impfkabinen zum Einsatz kommen. Zunächst würden ausschließlich mobile Impf-Teams die knapp 2500 Bewohner in den Altenheimen immunisieren.
In Trockeneis gelagert wird das BRK den Impfstoff am 26. Dezember in München abholen und im Arzneimittelkühlschrank im Impfzentrum langsam auftauen. Bei Temperaturen zwischen zwei und acht Grad sei das Vakzin fünf Tage haltbar. Die dreiköpfigen mobilen Teams würden dann am Sonntagvormittag, 27. Dezember, mit jeweils 50 in Kühlboxen gelagerten Dosen zum Altenheim Maria Eich nach Krailling sowie zum BRK-Heim nach Garatshausen aufbrechen.
Für den Realtest habe man vertraute Institutionen gewählt, wie Frey erklärt. Dort müsse das Medikament aufbereitet werden, so Aulehner, "es ist dann nur noch fünf Stunden haltbar". Wichtig sei darum die vorbereitende Aufklärung in den Heimen. Zusätzlich zu den Bewohnern sollen, falls gewünscht, auch Pflegekräfte geimpft werden. Auf den Tag genau 21 Tage später muss die zweite Impfung erfolgen, diese würde entsprechend terminiert geliefert.
Derweil sind bereits für den 28. Dezember und den 30. Dezember weitere Lieferungen angekündigt, laut Frey "in der gleichen Größenordnung". Erst von Anfang Januar seien mehrere Hundert Dosen pro Landkreis angekündigt. Das BRK hat für die ersten eineinhalb Betriebswochen einen groben Impfplan für die Heime erstellt. Mitte Januar hofft der Landrat darauf, bei der Beschaffung des Impfstoffes vom Zuteilungs- in einen Bestellmodus umschalten zu können.

Dann seien auch Termine für alle anderen Personen möglich, die nach der Impfordnung höchste Priorität haben, nämlich Bürger über 80 Jahre. "Diese werden wir rechtzeitig anschreiben und ihnen alle Formulare zukommen lassen", sagt Frey. Zwischendurch würde das Krankenhauspersonal mit Impfstoff versorgt, "die spritzen sich gegenseitig", so Aulehner. Bis auch der gesunde Bürger unter 80 Jahren einen Impftermin bekommt, wird es laut Frey bis zum Sommer dauern. "Ich hoffe, dass wir uns im Herbst wieder einem normalen Leben widmen können", so der Landrat.
Ausreichend medizinisches Personal für den Betrieb des Impfzentrums ist inzwischen gefunden. Auf den Aufruf des BRK seien mehr als 200 Bewerbungen eingegangen, mehr als 60 Ärzte hätten sich gemeldet.
