„Wir sind auf einem guten Weg.“ Das war ein Fazit, das oft zu hören war von der SPD-Kommunalpolitikerin Brigitte Servatius. Tatsächlich ist in ihrer zwölfjährigen Amtszeit als Gautinger Bürgermeisterin vieles angestoßen und auf den Weg gebracht worden, was bis heute prägend ist für das Leben in der Gemeinde. Der Bau des Breitwand-Kinos beim Bahnhof zum Beispiel, die Umgehungsstraße für Unterbrunn und Oberbrunn oder das Heranwachsen des Bosco zu einem regional bedeutsamen Kulturhaus. Nach ihrer Zeit als Rathauschefin hat sich Servatius bald aus der Politik zurückgezogen. An diesem Montag ist sie im Alter von 81 Jahren gestorben, teilt die Gemeinde mit.
Brigitte Servatius, 1944 in Wien geboren, arbeitete als Lehrerin, als sie 1996 zum ersten Mal für die SPD in den Gemeinderat gewählt und stellvertretende Bürgermeisterin wurde. Sie war dann von 2002 bis 2014 Erste Bürgermeisterin in Gauting und setzte sich „leidenschaftlich für das Wohl der Gemeinde ein“, heißt es im Nachruf aus dem Rathaus. Vor zwei Jahren wurde sie in Anerkennung ihrer Verdienste bei einer Feierstunde zur Ehrenbürgerin ernannt. Nach zwei Amtsperioden war sie nicht mehr zur Wahl angetreten. Zu ihrer Nachfolgerin wurde Brigitte Kössinger (CSU) gewählt, die wiederum in diesem Mai die Amtsgeschäfte an ihren Parteifreund Maximilian Platzer übergeben hat.
Ein Schwerpunkt in Servatius’ Arbeit war insbesondere Ausbau der Schulen und der Betreuungsangebote für Kinder. Aus der alten Realschule in der Ortsmitte wurde eine moderne Grundschule, beim Gymnasium am Ortsrand entstand eine neue Realschule, an der Ammerseestraße ein Kinderhort. Für die Beratungsstelle „Gautinger Insel“ hat sie sich ebenso engagiert wie für den internationalen Austausch im Rahmen von Städtepartnerschaften, die Ansiedlung von neuem Gewerbe oder die Neugründung des Gautinger Sportclubs.
Ein Wegbegleiter über viele Jahre und zeitweise ihr Stellvertreter war der Gautinger FDP-Politiker und ehemalige Wirtschaftsminister Martin Zeil, der erklärt: „Es war eine Freude und ein Privileg, mit dieser an der Sache orientierten und kompetenten Frau zusammenzuarbeiten.“ Dem Amt der Bürgermeisterin habe sie „mit ihrer menschenfreundlichen und immer positiven Art“ eine „besondere bürgernahe Prägung gegeben“.
Brigitte Servatius hinterlässt einen Sohn. Der Termin für die Bestattung steht noch nicht fest.

