Kommunalpolitik in GautingAus Konkurrenten werden Stellvertreter

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Mit Amtskette vor dem Gautinger Rathaus: Der neue Bürgermeister Maximilian Platzer hat die Leitung übernommen.
Mit Amtskette vor dem Gautinger Rathaus: Der neue Bürgermeister Maximilian Platzer hat die Leitung übernommen. Michael Berzl
  • Der neue Gautinger Bürgermeister Maximilian Platzer (CSU) wurde am Dienstag vereidigt und hat seine ehemaligen Wahlkampf-Konkurrenten Harald Ruhbaum und Matthias Ilg zu Stellvertretern ernannt.
  • Der Gautinger Gemeinderat ist deutlich jünger geworden, fast ein Drittel der 30 Sitze ist neu besetzt, darunter der 20-jährige Valentin Schrader als jüngster Mandatsträger.
  • Die konstituierende Sitzung begann mit einer Gedenkminute für den verstorbenen CSU-Kommunalpolitiker Ludwig Groß, der 30 Jahre im Gemeinderat saß.
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Pragmatismus prägt den Auftakt der Arbeit im Gautinger Gemeinderat. Harald Ruhbaum und Matthias Ilg unterstützen Bürgermeister Maximilian Platzer.

Von Michael Berzl, Gauting

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Als die Stockdorfer ihren Maibaum nach gut zwei Stunden endlich in die Vertikale gewuchtet haben, hat der neue Gautinger Bürgermeister Maximilian Platzer (CSU) seinen ersten öffentlichen Auftritt. Ein paar Worte bei einer Traditionsveranstaltung – bestimmt kein unangenehmer Termin. Das ist jetzt mehr als zwei Wochen her, seit Dienstag ist der Nachfolger von Brigitte Kössinger in seinem Amt vereidigt. Und nun steht auch fest, wer seine Stellvertreter sind: Harald Ruhbaum (Miteinander-Füreinander, kurz: Mifü) und Matthias Ilg (Grüne), zwei seiner Konkurrenten im Wahlkampf im März.

Der Zuschauerraum ist voll bei der konstituierenden Sitzung im Gautinger Rathaus, etwa 60 Zuschauer sind gekommen, um diesem kommunalpolitischen Auftakt beizuwohnen. So großes Interesse wünsche er sich auch künftig, kommentiert Platzer, wohl wissend, dass das nicht der Fall sein wird. Die folgenden Formalien moderiert der 38-jährige Diplom-Politologe locker und fast schon routiniert. Kein Wunder, denn nach drei Amtsperioden als Gemeinderat ist ihm das Format natürlich bestens vertraut. Der Ton ist konstruktiv, pragmatisch. Ob es nun um Beschlüsse zum künftigen Sitzungsbeginn oder die Vizeposten geht.

Anders als in der vorherigen Amtsperiode kommen dabei diesmal auch die Grünen zum Zug, die immer noch die zweitgrößte Fraktion stellen. Und das auch noch auf Vorschlag aus den Reihen der CSU. Ilg war Platzers stärkster Konkurrent im Wahlkampf, jetzt ist er Dritter Bürgermeister. Die Personalie war offenbar vorher so besprochen, einen Mitbewerber gab es nicht. Ruhbaum, der im März ebenfalls als Bürgermeister kandidiert hatte, ist jetzt Zweiter Bürgermeister; ebenfalls von der CSU vorgeschlagen und mit großer Mehrheit gewählt.

Folgenlos blieb in der Auftaktsitzung ein Vorstoß der Gemeinderätin Stephanie Pahl (Mifü), die sich gewünscht hätte, dass eine Frau vorgeschlagen würde, insbesondere von den Grünen. Es fand sich keine Bewerberin. In den vergangenen 24 Jahren stand jeweils eine Frau an der Spitze der Gemeindeverwaltung.

Ein sichtlich jüngeres Gremium

Der aktuelle Gautinger Gemeinderat ist sichtlich jünger als das Gremium in der vergangenen Amtsperiode. Valentin Schrader von den Grünen etwa ist erst 20 Jahre alt und damit der jüngste Mandatsträger, bei der CSU wurde ein Großteil der Fraktion ausgetauscht. Fast ein Drittel der insgesamt 30 Sitze ist neu besetzt. Zwölf Neulinge beschwören also, dass sie ihre Amtspflichten gewissenhaft erfüllen werden, und der Bürgermeister heißt sie mit dem Wunsch „auf gute Zusammenarbeit“ herzlich willkommen; seine Parteifreunde von der CSU und die Grünen ebenso wie die beiden Vertreter der AfD und den einzigen Linken im Gremium.

Nicht vertreten sind bisher die Buchendorfer. Falls ein Drittel der Einwohner des Ortsteils das beantragt, dürfen sie daher in einer eigens dafür einberufenen Versammlung einen Ortssprecher wählen. Die Gemeinde wird darauf noch in einer Bekanntmachung hinweisen, kündigte Bürgermeister Platzer an.

Begonnen hat die Sitzung mit einer traurigen Nachricht und einer Gedenkminute. Der langjährige CSU-Kommunalpolitiker Ludwig Groß ist im Alter von 79 Jahren gestorben, wie am Dienstag bekannt wurde. Der Landwirt aus Buchendorf saß 30 Jahre lang bis 2014 für die CSU im Gemeinderat und hatte 2005 das Amt des stellvertretenden Bürgermeisters übernommen. Für sein herausragendes ehrenamtliches Engagement wurde ihm die Bürgermedaille der Gemeinde verliehen.

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