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Neues Kino in Gauting:Bahnhofareal wird zur Baustelle

Im Frühjahr beginnen die Arbeiten für das neue Kino in Gauting. Wann sich der Vorhang hebt, kann Matthias Helwig aber noch nicht sagen. Auf jeden Fall hat er lange auf die Genehmigung gewartet - was ihn Geld gekostet hat.

Von Blanche Mamer, Gauting

Dass in Gauting nichts vorankommt, ist Schnee von gestern: Denn im Frühjahr soll mit dem Bau des neuen Kinos am Bahnhof begonnen werden. Die Baugenehmigungen für das Kinogebäude und das Büro- und Geschäftshaus an der Pippenunterführung liegen seit Ende 2014 vor, der Abriss der alten Läden am Fuß des Bahnhofshanges und der Toilettenanlage kann so bald wie möglich starten. "Im Prinzip können wir loslegen"; sagte der Starnberger Kinobetreiber Matthias Helwig, der das Lichtspielhaus in Gauting baut. Falls nicht noch ein Wintereinbruch mit Frost dazwischen kommt, werden gleich im Anschluss die Erdarbeiten und der Aushub beginnen. Der nördliche Teil des Bahnhofsarreals wird also voraussichtlich von April an zu einer Riesenbaustelle.

Eine Prognose für die Baudauer oder gar einen Eröffnungstermin will der Kinobetreiber, der bereits in Starnberg, Seefeld und Herrsching Lichtspielhäuser besitzt, nicht abgeben. "Nach meinen bisherigen Erfahrungen halte ich mich bei Terminen lieber zurück", so Helwig. Denn bis jetzt hat alles viel länger gedauert, als zunächst erwartet. "Ich bin gerade wieder dabei, am Ablauf zu arbeiten", berichtet er. Das Grundstück hatte er bereits im vergangenen April erworben, nachdem der Gautinger Bauausschuss die Planung des Starnberger Architekten Nikolai Baehr befürwortet hatte. Doch die Prüfung durch das Landratsamt dauerte, auch weil eine Lösung für die Stellplätze der Kinobesucher gefunden werden musste.

Das Gelände für Gautings neues Kino

Wo jetzt noch barackenähnliche Gebäude neben dem Bahnhof stehen, soll sich künftig der neue Gautinger Kinopalast erheben.

(Foto: Franz Xaver Fuchs)

Fest steht, dass das von vielen Gautingern heiß ersehnte neue Kino aus vier Sälen, einem Café und einem Veranstaltungssaal bestehen wird. Zusammen werden rund 320 Zuschauer Platz haben, das sind 30 mehr als in den beiden Sälen des Breitwand-Kinos in Starnberg. "Der Trend geht zu kleineren Zuschauerräumen. Bei zehn Filmen, die pro Woche starten, müssen sie parallel gezeigt werden. Es wird einen größeren Saal geben und drei kleinere", so Helwig. Wegen der Nähe zu den Gleisen braucht das Kino ein besonderes Fundament. Das treibt die Baukosten in die Höhe, so dass für Helwig klar ist: "Das ganze Projekt wird sehr viel teurer als ich dachte." Auch die lange Wartezeit auf die Genehmigung habe ihn viel Geld gekostet. Vorgesehen ist, dass die beiden geplanten Gebäude in einem Zug hochgezogen werden. Das erspart wiederum Kosten beim Abriss und beim Aushub. Neben dem Kino baut der Immobilienunternehmer Josef Reichenberger aus Ainring ein dreigeschossiges Büro-und Geschäftshaus. Die Pläne stammen vom Uttinger Architekten Wolff-Eckart Lüps. An der Kurve ist das etwa zwölf Meter hohe Gebäude abgerundet und passt sich dem Straßenverlauf an. Im Erdgeschoss sind auf 350 Quadratmetern Geschäfte vorgesehen. Lange umstritten war die Situierung der Einfahrt zur Tiefgarage, die bei der Pippinunterführung liegt.

© SZ vom 13.01.2015

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