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Talentiade:Auf dem Weg zum Tennis-Profi

Keine, die von Anfang an durchgestartet ist, jetzt aber ganz oben mitspielt: Isabella Pfennig aus Gauting.

(Foto: Marco Einfeldt)

Die 15 Jahre alte Isabella Pfennig aus Gauting trainiert fünf Mal die Woche drei Stunden, um ihre sportlichen Ziele zu erreichen. Im vergangenen Jahr wurde sie in der Halle Deutsche U16-Meisterin im Doppel

Isabella Pfennig ist der Beweis dafür, dass Schule und Leistungssport durchaus unter einen Hut zu bringen sind: Die 15-jährige Neuntklässlerin des Gautinger Otto-von Taube-Gymnasiums hatte im letzten Jahreszeugnis den beachtlichen Notendurchschnitt von 1,5 und ist zugleich eine sehr erfolgreiche Tennisspielerin. 2016 wurde sie deutsche Hallenmeisterin sowie deutsche Vizemeisterin auf Sand jeweils im Doppel der Nachwuchsklasse U16. Hinzu kommen Platz 3 im Einzel (Halle) sowie ein weiterer nationaler Mannschaftstitel zusammen mit dem Bayerischen Landesteam unter freiem Himmel. 2015 eroberte sie den Titel im Einzel der deutschen U14-Meisterschaft auf Sand und erklomm erstmalig die höchste Stufe des Siegerpodestes.

"Ich bin ehrgeizig und verliere nicht so gerne", beschreibt sich das 1,58 Meter große Energiebündel selbst. Als Sechsjährige hatte Pfennig erstmalig ein Racket in der Hand. "Sie war keine, die von Anfang an gleich voll durchgestartet ist", berichtet Mutter Sabine Pfennig. Isabellas Vater spielte früher selbst Tennis, allerdings ohne Wettkampfambitionen. Mit zwölf Jahren gewann sie ihren ersten Bezirksmeistertitel. Vom TC Gauting wechselte Pfennig 2014 zum Münchner SC, Ende 2016 nahm sie eine Offerte des TC Großhesselohe an. Dort verstärkt sie in der Punktrunde das Frauenteam in der 2. Bundesliga. Ihre Stärken sind "gute Beinarbeit und die Vorhand", der Aufschlag ist noch verbesserungsfähig. Pfennig: "Eigentlich will ich überall noch besser werden."

Ihre Tagesabläufe sind streng durchstrukturiert. Unter der Woche geht es nach Schulschluss per S-Bahn oder im Auto der Mutter nach Oberhaching, wo Isabella im Tennis-Internat externe Schülerin ist. Drei Stunden täglich fünf Mal die Woche wird dort trainiert. Hauptansprechpartner ist Ex-Profi Stefan Eriksson, dessen bestes Ergebnis Rang 72 der Weltrangliste gewesen ist. Pfennig sieht sich in der Oberhachinger Tennis-Base optimal gefördert. Die Hausaufgaben werden minutiös abgearbeitet - und sei es in der S-Bahn oder im Auto. Die Wochenenden sind zumeist für Turniere oder Punktspiele reserviert. "Zeit für ein zweites Hobby bleibt da nicht", sagt die Gautingerin.

Nach dem Abitur will sie Profi werden. "Ich will irgendwann Grand-Slam-Turniere spielen", erklärt sie selbstbewusst. Für Deutschland hat sie schon internationale Einsätze bestritten. Bereits in der U14 gehörte sie 2015 dem Nachwuchs-Nationalkader an, absolvierte unter anderem den European Summer Cup. Gelegenheit, sich erneut ins Blickfeld der Verantwortlichen zu schieben, bietet sich im Juni: in Ludwigshafen findet die deutsche Meisterschaft ihrer Altersstufe statt. Pfennig, die im März souverän den Bayerntitel eroberte, will "zumindest das Halbfinale" erreichen und lächelt dabei verschmitzt. Ihre beiden Brüder teilen die Passion für den Sport mit der Filzkugel.

Mit der Talentiade 2017 zeichnet die Süddeutsche Zeitung zum neunten Mal die Leistung junger Sporttalente (bis 17 Jahre) und die Nachwuchsarbeit ihrer Vereine aus: mit neun Förderpreisen zu je 1500 Euro. Vorschläge nehmen die Lokalredaktionen bis zum 26. Mai 2017 entgegen, zum Beispiel unter talentiade@sueddeutsche.de