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Gastronomie in Gauting:Das sind die neuen Wirte vom Gasthof Böck

Die neuen Wirtsleute vom Unterbrunner Böck

Anjuli und Simon Wankerl wollen ein Wirtshaus gestalten, in dem sich jeder wohlfühlt.

(Foto: Franz Xaver Fuchs)

Das Germeringer Wirtepaar Anjuli und Simon Wankerl übernimmt die Traditionswirtschaft im Ortsteil Unterbrunn.

Auf der Treppe nach oben liegt noch ein Schutzteppich von Handwerkern, in der Gaststube hängen neue Vorhänge, ein paar Felle und graue Kissen zieren die hellen Holzbänke, an verschiedenen Stellen sind Holzscheite gestapelt - gemütlich wirkt das. Es ist unverkennbar: Im Landgasthof Böck in Unterbrunn rührt sich wieder etwas. Die Eigentümerfamilie hat neue Pächter für die Traditionswirtschaft gefunden, die seit April geschlossen war. Der damalige Wirt hatte das Lokal für die Unterbrunner überraschend aufgegeben. Nun wollen Anjuli und Simon Wankerl dem denkmalgeschützten Haus neues kulinarisches Leben einhauchen.

"Tradition trifft Moderne", so beschreibt der 38-jährige Wirt das Konzept, das er für den Böck ersonnen hat. Wankerl weiß genau, wovon er spricht, schließlich begleitet ihn das Thema Gastronomie schon sein Leben lang. Er stammt aus einer Germeringer Wirtefamilie und ist selbst leidenschaftlicher Koch: "Ich kann es kaum erwarten, wieder in der Küche zu stehen", sagt er. Sein Handwerk hat er im "Weißen Bräuhaus" in München gelernt, anschließend sammelte er unter anderem auch Erfahrung in der Sterneküche bei Starkoch Rafael Sanchez auf Mallorca. Er arbeitete in mehreren Häusern als Küchenchef, so zum Beispiel im Pan-Asiatischen Restaurant "Zen - the Best of Pan-Asian-Cuisine" im Westin Grand Hotel München, im Seehaus Schreyegg am Ammersee oder auch im "The Rilano Hotel" in München. Zusammen mit Anton Müller, einem Freund und Restaurantfachmann, übernahm er vor fünf Jahren Hotel und Gasthof Reiter Bräu in Wartenberg. "Eine tolle Zeit", sagt er, "doch jetzt will ich mein eigenes Ding machen." Und er wollte wieder "zurück nach Hause". Über einen Bekannten erfuhr er vor vier Monaten rein zufällig vom Landgasthof Böck, für den ein neuer Pächter gesucht wurde: "Ich habe sofort angerufen, den Böck, den kennt man ja noch von früher", erzählt er.

Und nun will er wieder dorthin mit seinem neuen Wirtshaus, was es viele Jahre war: ein Haus, in dem sich jeder wohlfühlt. Stammgäste sollen hier Kartenspielen, aber auch gut essen können: Zwiebelrostbraten, Münchner Schnitzel, Ochsenbackerl und sogar Milchkalbsleber will er anbieten.

Wer es etwas gehobener will, soll im Nebenraum, dem "Martinsstüberl" an weiß eingedeckten Tischen auf seine Kosten kommen und auch aus Gerichten jenseits der Standardkarte wählen können. Wankerl will dabei eigenen Aussagen zufolge "komplett auf irgendwelche Pülverchen" verzichten, sondern "ehrlich gekochte Speisen" servieren. Größten Wert lege er auf frische, saisonale Produkte aus der Region. Unter den Handwerkern, die derzeit noch durch den Landgasthof sausen, sind zumindest schon einmal einige aus der Umgebung dabei: "Das ist mir wichtig, gleich die Leute von vor Ort einzubinden", sagt er. Sie renovieren und sanieren gerade die Wirtswohnung im ersten Stock, die die Wankerls beziehen werden - gleich gegenüber des Saals, der Platz für etwa 120 Gäste hat und der ebenfalls noch hergerichtet werden soll. Besonders froh ist Wankerl aber auch über die zwölf Hotelzimmer im Haus: "Sie sind als Grundeinnahme wirklich wichtig, hat mir die Erfahrung gezeigt." Sie sollen bereits gut gebucht sein. Aber auch dort wollen die Wankerls noch etwas Hand anlegen, aber "alles nach und nach".

Nun bereiten sich die Wirte auf die Eröffnung ihres Lokals vor, das künftig "Restaurant Wankerl im Landgasthof Böck" heißen soll. Mit einem Soft-Opening wollen die Beiden, die vor einem Jahr geheiratet haben, am Donnerstag, 15. August, starten. Offizielle Eröffnung soll dann am 31. August gefeiert werden.