Gastronomie Auf ein Neues

Der Gemeinderat hat nichts gegen Ray Seeligers Craft-Biergarten am Kirchenwirt, eine Bar darf er im Erdgeschoss aber nicht eröffnen.

(Foto: Franz Xaver Fuchs)

Ray Seeliger will Biergarten am Kirchenwirt wieder öffnen

Von Christine Setzwein, Wörthsee

Schon lange liegt der "Kirchenwirt" in Steinebach im Dornröschenschlaf. Nur der Biergarten mit den mächtigen Kastanien wurde diesen Sommer für ein paar Wochen aufgeweckt. Während der Fußballweltmeisterschaft zapfte Ray Seeliger, Bräu von "Wörthsee Craft Bier", beim Public Viewing dort sein Bier, grillte Till Weiß, jetzt Wirt im "Augustiner", Spareribs - und die Wörthseer freuten sich. "Es gab ausschließlich positive Rückmeldungen", sagte Bürgermeisterin Christel Muggenthal in der jüngsten Gemeinderatssitzung. Nun möchte Seeliger den Biergarten und einen Teil des Erdgeschosses in dem geschlossenen Wirtshaus auch im kommenden Jahr nutzen.

Nicht nur, um Bier zu verkaufen, sondern auch um draußen eine kleine Bühne für Kulturveranstaltungen aufzubauen und drinnen eine Craft-Bier-Bar mit mehreren Zapfhähnen aufzubauen. Zumindest aus der Bar wird jedoch nichts. Das Wirtshaus ist nämlich nur als "leeres und baufälliges Gebäude" versichert. Heißt: Würde die Gemeinde einer Nutzung zustimmen und es würde etwas passieren, wären sowohl die Bürgermeisterin als auch die Gemeinderäte amtshaftpflichtig.

Gegen einen zeitlich begrenzten Biergartenbetrieb mit Kulturveranstaltungen am Wochenende hat der Gemeinderat dagegen nichts. Trotzdem wurde die Entscheidung vertagt, weil Gespräche mit dem Architekturbüro notwendig sind, das den Zeitplan für die Baumaßnahmen auf dem Kirchenwirt-Areal aufstellt. Bekanntlich wird die Gaststätte saniert, außerdem entstehen auf dem Grundstück Wohnungen.

Kurz wurde im Gemeinderat darüber diskutiert, ob man von Seeliger nicht einen Pachtzins verlangen solle. Thomas Bernhard (Freie Wähler) war dafür im Sinne der Gleichbehandlung der anderen Kioskpächter. "Wir bieten doch nichts an", meinte Florian Tyroller (Grüne). Dem stimmte die Verwaltung zu. Es handle sich um eine reine Außennutzung, und um die Toilettenanlage müsse sich der Bräu auch selber kümmern. "Wir müssen doch nicht jede Idee schon im Keim ersticken", sagte Muggenthal.