Essen und Trinken im Landkreis Starnberg160 Jahre in einer Familie

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Die Geschichte der Familie Widmann in Gilching reicht lange zurück. Bilder im heutigen Wirtshaus zeugen von dieser Vergangenheit.
Die Geschichte der Familie Widmann in Gilching reicht lange zurück. Bilder im heutigen Wirtshaus zeugen von dieser Vergangenheit. Reprofoto auf Holz: Arlet Ulfers

Von Astrid Becker, Gilching

Eigentlich war der heutige Gasthof einst einmal eine Kramerei, in deren unmittelbarer Nachbarschaft die Dorfschmiede angesiedelt war. Michael Jakob-Widmann weiß das alles sehr genau: In Coronazeiten hatte er viel Zeit, sich mit der Familiengeschichte zu befassen. Wenn er darüber erzählt, fällt der Blick auf ein Bild an der Wand in einer der beiden liebevoll und zeitgemäß renovierten Gaststuben: Auf dem Bild sind Thomas und Theres Wildmann zu sehen, die, wenn man so will, die ersten Wirte in Gilching waren.

Thomas und Theres Widmann waren die ersten Wirte im Gasthof Widmann in Gilching.
Thomas und Theres Widmann waren die ersten Wirte im Gasthof Widmann in Gilching. Arlet Ulfers/Arlet Ulfers

Die Widmanns stammen ursprünglich aus dem Landkreis Dachau. Jakob-Widmanns Vorfahren waren reiche Bauern: Eine Familie, so erzählt er es, mit 13 Kindern, von denen letztlich nur sechs Söhne überlebten. Einer davon erbte den heimischen Hof, die anderen Fünf bekamen vom Vater jeweils ein eigenes Anwesen: „Deswegen ist der Name Widmann hier in der Gegend recht weitverbreitet.“ Zum Beispiel gehe auch die Geschichte des Maisacher Gasthofs Widmann in Überacker (Landkreis Fürstenfeldbruck) – vom Gourmetführer Michelin empfohlen – auf Jakob Widmanns Vorfahren zurück. „Alles Verwandtschaft“, sagt er, „aber mittlerweile halt recht weitschichtig nach so langer Zeit.“

Seit 1866 gehöre das Haus in der heutigen Gilchinger Schulstraße, direkt an der Kirche St. Vitus, der Familie: Einer der sechs angeführten Söhne hatte es nach seiner Heirat seinem jüngeren Bruder und dessen Frau Theres übergeben, die es 1866 als Wirtschaft eröffneten. 1902 ging es in den Besitz ihres Sohnes Josef über, der das Gebäude sanieren wollte. 1927 brannte es vollständig nieder. Doch den Widmanns gehörte zu dieser Zeit auch noch ein Haus direkt gegenüber, in dem sie dann übergangsweise ihre Gastronomie unterbringen konnten. 1928 wurde der „Obere Wirt“ wiedereröffnet. 1935 starb Josef Widmann und hinterließ Frau und fünf Kinder: einen Sohn und vier Töchter. Der Sohn fiel am Ende des Zweiten Weltkriegs. Die Töchter führten Gasthaus und dazugehörige Landwirtschaft weiter, blieben aber alle ledig und kinderlos. Weil es an einem Nachfolger mangelte, „bin ich adoptiert worden“, erzählt Jakob-Widmann. Er führte bis dato die Wirtschaft mit seiner Frau Tina, will sich nun aber verstärkt um seine Familie kümmern. Das Gebäude selbst bleibt im Eigentum der Familie.

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