SportSo etwas gab’s noch nie: Alle Fußballspiele wegen Hitze abgesagt

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Auch eine nasse Abkühlung wie auf unserem Symbolfoto  würde bei der Hitze nicht ausreichen: Der Bayerische Fußball-Verband hat alle von ihm organisierten Partien und Turniere am Wochenende wegen der aktuellen Hitze abgesagt.
Auch eine nasse Abkühlung wie auf unserem Symbolfoto  würde bei der Hitze nicht ausreichen: Der Bayerische Fußball-Verband hat alle von ihm organisierten Partien und Turniere am Wochenende wegen der aktuellen Hitze abgesagt. Christian Endt
  • Der Bayerische Fußball-Verband hat erstmals in seiner Geschichte alle Verbandsspiele und -turniere für das Wochenende wegen extremer Hitze abgesagt.
  • Von der Absage sind bayernweit fast 4400 Partien im Saisonendspurt bei Juniorinnen und Junioren betroffen.
  • Der Bayerische Landessport-Verband verzichtet auf ein generelles Sportverbot und appelliert stattdessen an die Eigenverantwortlichkeit der Aktiven.
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Erstmals in seiner Geschichte hat der Bayerische Fußball-Verband aufgrund der extremen Temperaturen alle Verbandsspiele und Turniere am Wochenende abgesagt. Andere Sportarten wollen ohne Verbot auskommen.

Von Peter Haacke, München

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Sportler haben es nicht leicht dieser Tage: Die höchsten jemals gemessenen Temperaturen im Juni mit bis zu 40 Grad Celsius machen die Leibesertüchtigung schon nach kürzester Zeit zur schweißtreibenden Angelegenheit, rechte Freude kommt weder im Freien noch in unklimatisierten Sporthallen auf. Erstmals in seiner Geschichte hat der Bayerische Fußball-Verband (BFV) aufgrund der extremen Temperaturen alle von ihm organisierten Verbandsspiele und -turniere für dieses Wochenende (26. bis 28. Juni) im gesamten Freistaat abgesagt. Der Bayerische Landessport-Verband (BLSV) als Dachverband für alle Fachverbände belässt es derweil bei Empfehlungen und appelliert an die Eigenverantwortlichkeit der Aktiven.

„Wir haben eine Fürsorgepflicht und der kommen wir mit dieser Entscheidung nach“, teilte BFV-Präsident Christoph Kern am Donnerstag mit. „Der Schutz der Gesundheit hat für uns oberste Priorität. Insbesondere Kinder und Jugendliche möchten wir nicht unnötig gesundheitlichen Risiken durch hohe Temperaturen und körperliche Belastung aussetzen.“ Aus gutem Grund: Fußball soll Freude bereiten – aber nicht auf Kosten der Gesundheit. Kern: „Deshalb ist die Absage unter diesen Bedingungen die richtige Entscheidung.“

Während bei Frauen und Herren bereits die Fußball-Sommerpause eingeläutet ist, sind von der Absage bayernweit fast 4400 Partien im Saisonendspurt bei den Juniorinnen und Junioren betroffen. Der BFV hat darüber hinaus neben allen Minifußball-Festivals auch das Turnier um den „Erdinger Meister-Cup“ in Gaimersheim (Landkreis Eichstätt), das Landesfinale des U15-Junioren-Verbandspokals in Rödental (Coburg) sowie die Bayerische Meisterschaft der Ü40-Herren in Schierling (Regensburg) abgesagt. Zudem wird die Endrunde des Futsal-Verbandspokals in Nürnberg verschoben.

Eigenverantwortung der Vereine

Im Fußball-Spielkreis München ist die Anzahl der abgesagten Partien überschaubar. Von zwölf Spielen spricht Kreis-Jugendleiter Korbinian Badmann, betroffen sind insbesondere die sportlich relevanten Relegationsmatches für die Altersklassen U12, U14, U17 und U19. Hinzu kommen die letzten Spiele der E-Jugend (U10/11) sowie einige Turniere, darunter der Merkur- und der Kaufland-Cup. Über Test- oder Freundschaftsspiele am Wochenende entscheiden die Vereine eigenverantwortlich. „Wir appellieren jedoch ausdrücklich an die Vernunft der Verantwortlichen und empfehlen, Spiele abzusagen oder – wenn überhaupt – dann in die kühleren Morgen- bzw. Abendstunden zu verlegen“, heißt es auf der Infoseite des Fußballbezirks Oberbayern, der die Fußballkreise München, Zugspitze, Inn/Salzach und Donau/Isar umfasst. Grundsätzlich können Schiedsrichter selbst entscheiden, ob sie eine Spielleitung übernehmen oder ob eine Ersatzansetzung erfolgen soll. Zudem sollen die Unparteiischen verstärkt auf Hitzeschutzmaßnahmen achten und für ausreichend Trinkpausen sorgen.

BLSV-Bezirksvorsitzender Steffen Enzmann (rechts) –hier bei einer Feierstunde des Sportkreises  mit Gerhard Heinen – hält nichts von Verboten und appelliert an die Eigenverantwortlichkeit der Aktiven.
BLSV-Bezirksvorsitzender Steffen Enzmann (rechts) –hier bei einer Feierstunde des Sportkreises  mit Gerhard Heinen – hält nichts von Verboten und appelliert an die Eigenverantwortlichkeit der Aktiven. Johannes Simon

Diese Vorsichtsmaßnahmen gelten natürlich auch für alle anderen Sportarten. Allerdings plädiert der BLSV nicht für ein generelles Sportverbot. Steffen Enzmann, oberbayerischer Bezirksvorsitzender und Chef im Sportkreis Fürstenfeldbruck, informiert die Vereine über das Landratsamt mit dem Merkblatt „Hitzeschutz im Sport“. Hier finden sich sämtliche Hinweise, die beim Sport bei hohen Temperaturen ratsam sind. Die großen Ballsportarten – also Handball, Volleyball und Basketball, aber auch Tischtennis – haben die Saison ohnehin weitgehend beendet. Doch im Training geht der Betrieb weiter – „aber besser a bisserl weniger“, rät Enzmann. Grundsätzlich sollte man die Belastung herunterfahren, insbesondere für Kinder und Ältere. „Und wenn man merkt, dass einer nicht mehr kann“, sagt Enzmann, „dann muss man ihn eben einfach rausziehen“.

Was gut ist für den Menschen, kann auch dem Tier nicht schaden: Der Verein „Fahrkultur- und -sport im Pfaffenwinkel“ hat den Internationalen Kutschen-Wettbewerbs im Traditionsfahren, der am Samstag in Bernried stattfinden sollte, angesichts der erwarteten Temperaturen „mit Blick auf das Wohl der beteiligten Pferde“ ebenfalls kurzfristig abgesagt.

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