Frauen in der Wirtschaft:Mit Vollgas an die Spitze

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Das Zukunftsnetzwerk SeeSalon stellt sich vor; SeeSalon Stiftungs-GmbH

Auf der Piste können die Geschäftsfrauen der Starnbergerin Laura-Marie Geissler (in der Autotür) nicht helfen - bei vielen anderen Fragen schon.

(Foto: Franz Xaver Fuchs)

Wer will wirklich helfen? Wer nur abkassieren? Das fragt sich die 23-jährige Starnberger Rennfahrerin Laura-Marie Geissler am Beginn ihrer Karriere. Im "See-Salon" stehen ihr nun 30 erfolgreiche Geschäftsfrauen zur Seite.

Von Cora Krüger

Aufstrebende Frauen aus der Region bei der Unternehmensgründung unterstützen, das hat sich die See-Salon-Stiftung auf die Fahne geschrieben. Mit ihrer eigenen Expertise möchten 30 erfolgreiche Geschäftsfrauen Nachwuchsunternehmerinnen aus dem Landkreis Starnberg fördern. Diese wollen in den unterschiedlichsten Branchen Fuß fassen: Dabei sind neben einer Rennfahrerin auch eine Naturkosmetikherstellerin und eine Künstlerin.

Neu dabei ist die Starnberger Rennfahrerin Laura-Marie Geissler, die ihren Porsche GT4 mitgebracht hat. Mit ihm brettert die jüngste Fahrerin ihrer Serie regelmäßig über Rennstrecken in Europa. Und damit nicht genug: Gerade arbeitet die 23-Jährige daran, die jüngste Helikopterpilotin Deutschlands zu werden. Über ihr Management ist sie in das Mentoring-Programm vom See-Salon gestoßen. Sie schätzt daran vor allem, dass sie etwa bei Sponsoring-Verträgen Unterstützung von branchenerfahrenen Frauen bekommt.

Ihre Karriere sei gerade am Anlaufen und sie bekomme viele Angebote, erzählt Geissler. "Am Anfang macht man viele Fehler, gerade beim Schriftlichen sollte das aber nicht passieren, weil man dann daran gebunden ist." Gerade als junge Frau sei es in ihrer Branche schwierig einzuschätzen, wer ihr wirklich helfen wolle und wer nur private Absichten habe. Auch deshalb sei es angenehm, Personen an ihrer Seite zu wissen, die kein finanzielles Interesse hätten.

Frauen durch eigene Erfahrung engagiert zu helfen und zu bestärken, ist die Intention der See-Salon-Stiftung, die 2017 gegründet wurde. Zunächst habe dabei vor allem der gegenseitige Austausch mit Unternehmerinnen im Landkreis im Fokus gestanden, erklärt Julia Finkeissen, Geschäftsführerin der Stiftung und Inhaberin der Künstleragentur "Vioventi Art". Seit März werden aktiv junge Unternehmerinnen unterstützt. Neben der Rennfahrerin Geissler hat die Stiftung auch Künstlerin Rebecca Breg und Naturkosmetikherstellerin Annette Wanner unter ihre Fittiche genommen.

"Wir wollen, dass heterogene Wirtschaft auch wirklich stattfindet", erklärt Sabine Leutheusser-Schnarrenberger, Stiftungsgesellschafterin und ehemalige Bundesjustizministerin aus Feldafing. In der Region seien ähnlich wie im bundesdeutschen Durchschnitt immer noch vergleichsweise wenig Frauen in Führungspositionen. Das solle sich ändern: "Jede Frau mehr ist eine Bereicherung."

Im Standort Starnberg sieht die Politikerin für Start-up-Unternehmen einen Vorteil, da es hier generell viele Neugründungen gäbe. Und auch die Zusammenarbeit mit der Kommunalpolitik funktioniere gut: "Hier ist ein sehr offenes Ohr für Wirtschaft." Finanzielle Unterstützung seitens der Politik gibt es für die Stiftung jedoch nicht.

Zwar spricht der See-Salon gezielt Frauen an, unter den derzeit fünf Schützlingen ist aber auch ein Mann. Grundsätzlich sei jeder willkommen. Derzeit gebe es auch noch Kapazitäten für weitere Mentees. Das Wichtigste sei, dass jemand eine innovative Idee hat, dafür brennt und nach Unterstützern sucht, so Finkeissen. Dass sich die Stiftung in den nächsten Jahren auch über die Grenzen der Region hinaus vergrößert, kann sich die Geschäftsführerin aber nicht vorstellen: "Der Regionalfokus ist auf jeden Fall für uns an allererster Stelle."

Dafür hat sie für die Zukunft eine andere Vision für den See-Salon. Die Stiftung sei derzeit auf der Suche nach einer Art Vereinsheim: "Wir wünschen uns ein Haus am See für Start-up-Gründerinnen und Unternehmerinnen."

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