Zuletzt ist es um das Forsthaus Mühlthal bei Starnberg still geworden. Radfahrer, Spaziergänger und Ausflügler fragen sich, ob die Event-Einkehr an der Würm mit Biergarten, Imbiss, Workshops und Dachterrasse noch auf lange Sicht bleiben wird. Doch nun wollen Stefan Walter, Michelle Kappel, Michael Neuner und Geschäftsführer Franz Hochmann mit der neuen Gesellschaft „MMS Gastronomie & Event Services“ durchstarten und das Anwesen zu neuem Leben erwecken. „Wenn das Wetter gut ist, öffnen wir Anfang April unseren Kiosk mit Snacks und Getränken“, kündigt Walter an, der bereits vor acht Jahren als Mitpächter ins Forsthaus-Projekt eingestiegen war, um für die Region und auch für die Jugend eine wichtige Kultur- und Veranstaltungsstätte zu bieten.
Doch verschärfte behördliche Auflagen mit aktualisiertem Brandschutzkonzept und Lärmschutzgutachten sowie nachbarschaftliche Beschwerden führten dazu, dass die komplett geplante Sommersaison 2024 für zehn Open Airs – unter anderem mit Techno-, Punk- und Blueskonzerten – abgesagt werden musste und auch danach Pause herrschte. Doch ohne Veranstaltungsbetrieb sei das Forsthaus wirtschaftlich nicht tragbar, betont Walter. Derzeit werden Zimmer an Monteure vermietet, zudem sind ein Dutzend wohnungslose Menschen in dem Gebäude untergebracht, das in früherer Zeit mit der Disco „Waldkeller“ und als Gaststätte mit Übernachtungsangebot bekannt gewesen ist.
Inzwischen haben die Betreiber schalltechnische Gutachten von zwei Ingenieurbüros vorgelegt. Gemessen wurde auch nachts während einer lauten Tanzveranstaltung, wobei den Untersuchungen zufolge der zulässige Lärmpegel durch Schalldämmung verträglich gewesen ist. Die Richtwerte seien nachweislich eingehalten worden, sagt Fachanwalt Patrick Bühring, der die Forsthaus-Betreiber vertritt. Er erhofft sich von der Stadt Starnberg mehr Engagement und Unterstützung für die Event-Location im Mühltal. Gleichwohl weiß Bühring, dass bislang nur eine Gaststättenerlaubnis für den Regelbetrieb für maximal 200 Personen vorliegt und sicherheitsrelevante Anforderungen einzuhalten sind.


Darauf verweist auch der Starnberger Bürgermeister Patrick Janik. Er sei zwar gegenüber den Plänen der Forsthaus-Betreiber aufgeschlossen und begrüße grundsätzlich deren Ansinnen, sagt er. Gleichzeitig müssten aber auch die rechtlichen Erfordernisse in dem Außenbereich erfüllt und die berechtigten Interessen des Nachbarn gewürdigt sein. Wenn darüber hinaus Veranstaltungen für mehr als 200 Menschen genehmigt werden sollen, sei eine Nutzungsänderung und der Antrag für ein Bebauungsplanverfahren notwendig, erläutert der Bürgermeister.
Denn nur bei einzelnen Veranstaltungen von bis zu 200 Besuchern greift die Gaststätten-Verordnung, über die die Forsthaus-Betreiber verfügen. Janik zeigt sich jedenfalls gesprächsbereit, stellt aber auch klar: „Unser Wunsch wäre es, einmal alles zu klären.“ Das ist ebenso das Ansinnen von Event-Manager Walter: Dem 43-jährigen Pächter und seinen Mitstreitern geht es darum, Lösungen zu finden, um das Forsthaus Mühlthal für den Großraum München und Starnberg als Veranstaltungsstätte zu erhalten.
Anderenfalls sei zu befürchten, so Walter, dass das Forsthaus verwaise. Er wünscht sich einen konstruktiven Dialog mit den Behörden, „anstatt immer restriktivere Auflagen aufgrund der Lärmbeschwerden eines einzelnen Anwohners“ hinnehmen zu müssen. Diese seien nicht berechtigt, wie die schalltechnischen Gutachten bestätigt hätten, sagt Walter.
Eigentümer des um 1900 erbauten Forsthauses ist Stefan Kilg, der das Anwesen mit seinem Bruder vor 14 Jahren erworben hatte. Er unterstützt das Event-Konzept und hofft, dass die neue Gesellschaft „nun alles auf die Reihe bekommt“.

