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Flüchtlinge:Andechs erweitert Asylhilfe

Gemeinde bucht auf eigene Kosten Betreuungsstunden

Die Gemeinde Berg hatte als erste Gemeinde im Landkreis beschlossen, die Betreuungszeiten der Asylbewerber in ihrer Containerunterkunft mit eigenen Mitteln aufzustocken. Jetzt zieht auch Andechs nach: Ab sofort bucht die Gemeinde bei der Inneren Mission weitere Betreuungsstunden. Die Innere Mission ist in der Herzogsägmühle tätig und betreut bereits Andechser Flüchtlinge. So kann eine sozialpädagogische Fachkraft in der Unterkunft, in der derzeit rund 100 Asylsuchende leben, an einem weiteren halben Tag Beratungen anbieten. 7800 Euro wird die Gemeinde das Zusatzangebot pro Jahr kosten. Ein Tropfen auf den heißen Stein, mag jetzt der ein oder andere sagen. Aber zumindest ist künftig an jedem Werktag halbtags und einmal pro Woche ganztags eine Fachkraft in der Unterkunft.

Der Andechser Helferkreis hatte das Ganze ins Rollen gebracht. Dass sich die Helfer mit ihrer Bitte an die Gemeinde gewandt haben, findet Maximilian Penzinger, Geschäftsleiter im Andechser Rathaus, nur allzu verständlich. Denn "ohne die Helferkreise hätte das alles von Anfang an nicht funktioniert und würde auch jetzt nicht funktionieren", sagte er. Das müsse man auch den Politikern deutlich sagen.

Bekanntlich hat die Staatsregierung im Vorjahr den Betreuungsschlüssel für Asylsuchende drastisch gekürzt. Und das, obwohl sich die Helfer - bedingt durch die wachsende Perspektivlosigkeit vieler Flüchtlinge - mit immer neuen Problemen konfrontiert sehen, die sich mit Tatkraft und gesundem Menschenverstand alleine nicht mehr lösen lassen. Erschwerend hinzu kommt noch, dass den Helferkreisen zunehmend die Leute abspringen. Früher waren in Andechs noch rund 100 Bürger im Helferkreis engagiert, jetzt sind es laut Penzinger nur mehr um die 20 Leute.