Süddeutsche Zeitung

Finanzielle Lage:Gilching schöpft aus dem Vollen

Gemeinde kann Großprojekte ohne Kredite finanzieren

Die finanzielle Lage ist in Gilching derzeit so stabil, dass auch die drei Großprojekte Westumfahrung, Umgestaltung der Römerstraße und Umbau des Schulhauses Argelsried zum Hort heuer mit insgesamt 8,5 Millionen Euro ohne Neuverschuldung finanziert werden können. Das stellte Bürgermeister Manfred Walter (SPD) am Montag im Finanzausschuss fest. Das Gremium stimmte dem Entwurf für den Haushaltsplan 2019 und den Zuschüssen für Vereine zu. Im Gesamtetat von knapp 64,75 Millionen Euro sind unter anderem auch die Planungskosten von 50 000 Euro für die neue Dreifachturnhalle und erneut 100 000 Euro für das Fahrradwegenetz berücksichtigt.

Der Haushalt 2019 soll aber erst Ende März beschlossen werden, wobei dann auch der Wirtschaftsplan für die Gemeindewerke präsentiert wird. Der Regiebetrieb soll künftig neben der Wasserversorgung unter anderem auch die Nah-und Fernwärme und den Breitband-Ausbau zur Aufgabe haben.

Die Rücklage beträgt derzeit zwölf Millionen Euro, die Gewerbesteuereinnahmen dürften sich auf 14 bis 15 Millionen Euro belaufen, erläuterte Kämmerin Christina Kaelcke-Gröger den Entwurf. In diesem Jahr seien keine Kreditaufnahmen geplant, allerdings die Entnahme von 6,9 Millionen Euro aus der Rücklage. Angesichts der guten Haushaltslage habe man aber "Luft zu planen" und die Kapazität, Schulden weiter zu tilgen, so Rathauschef Walter. Er ging auch auf die Frage von Martin Pilgram (Grüne) ein, warum die bereits im Vorjahr vorgesehenen 100 000 Euro für das Projekt "Digitales Klassenzimmer" noch nicht ausgeben worden seien. "Da ist noch nichts passiert", mahnte der Diplom-Mathematiker. Der Bürgermeister erklärte, dass dies in drei Phasen ablaufe und das Projekt in diesem Jahr beginne - nämlich mit dem Glasfaserkabel im Gebäude, später mit der WLAN-Infrastruktur und den Verkabelungen im Haus und danach mit den Endgeräten in den Klassenzimmern. Die Schulen würden dabei mit jeweils 90 000 Euro gefördert. "Das ist ein großes Projekt, das uns noch sehr beschäftigen wird", sagte Walter.

Jede Schule führe dabei zwar noch ein "Eigenleben", sagte Rathaus-Geschäftsleiter Stefan Amon. Aber es sei wichtig, dass die Schulen gleiche Software und Standards erhielten, betonte Amon, der auch Geschäftsführer im Zweckverband für weiterführende Schulen im westlichen Landkreis ist.

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Quelle:
SZ vom 30.01.2019
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