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Finanzen:Zwei-Millionen-Delle im Gilchinger Haushalt

Gilchings Bürgermeister Manfred Walter (SPD) blickt trotz Steuereinbußen optimistisch in die Zukunft. Weil die Bürgerversammlung wegen Corona ausfallen musste, steht sein Rechenschaftsbericht auf der Gemeindehomepage.

(Foto: Arelt Ulfers)

Wegen des großen Zuzugs hat für den Bürgermeister dennoch der Ausbau der Kinderbetreuung absolute Priorität.

Von Christian Deussing

Noch hofft die Gemeinde Gilching, finanziell mit einem blauen Auge durch die Corona-Pandemie zu kommen. Es sei aber in den nächsten zwei Jahren mit jeweils insgesamt zwei Millionen Euro Verlust bei der Einkommen- und Gewerbesteuer zu rechnen, sagt Bürgermeister Manfred Walter (SPD), der hierbei von einer "Delle" spricht. In dem noch laufenden Jahr hat die Gemeinde aber - wie schon 2019 - etwa 17,6 Millionen Euro an Einkommensteuer eingenommen und bei der Gewerbesteuer mit 13 Millionen Euro sogar den Vorjahresbetrag um 2,2 Millionen Euro übertroffen. Diese Bilanz beziehe sich aber noch auf die Erträge, die Firmen im Jahr 2018 erwirtschaftet hätten, erläutert der Bürgermeister. Seinen diesjährigen Rechenschaftsbericht hatte er über die Homepage der Gemeinde veröffentlicht, weil die Bürgerversammlung wegen der Corona-Infektionsgefahr ausfallen musste.

Dem Bericht zufolge beläuft sich der Gesamthaushalt von 2020 auf 61,1 Millionen Euro, das sind 4,9 Millionen Euro weniger als im vorherigen Gesamtetat. In den Vermögenshaushalt von 13,7 Millionen Euro werden 847 000 Euro zugeführt. Die Rücklage beträgt zum Jahresende 5,5 Millionen Euro, die Schulden werden mit 15,6 Millionen Euro angegeben. Wegen der vielen Zuzüge in die weiterhin wachsende Gemeinde, in der mittlerweile fast 20 000 Einwohner leben, ist der Bedarf nach Kinderbetreuungsplätzen nach wie vor sehr groß. Derzeit gibt es laut Bericht 1440 Plätze in Krippe, Kindergarten, Hort und Mittagsbetreuung. Benötigt werden bis zum Jahr 2035 aber noch 480 weitere Betreuungsplätze, wobei das geplante Wohnbauprojekt "Gilchinger Glatze" mit etwa 2000 Menschen bei der Erhebung berücksichtigt wurde. In "Kinder und Jugend" hat die Gemeinde heuer 6,3 Millionen Euro investiert. Das Angebot in der Kinderbetreuung zu erweitern hat bei Walter absolute Priorität, wobei er auch auf die Rechtsansprüche auf Kita-Plätze verweist, die erfüllt werden müssten.

Im Rechenschaftsbericht wird zudem auf die Umwandlung der Gemeindewerke in ein Kommunalunternehmen zum 1. Januar 2021 hingewiesen, das nach seinem Leitbild "wirtschaftlich erfolgreich, effizient und ressourcenschonend" die Wasser- und Energieversorgung in Gilching gewährleisten will. Dabei sollen in der Unternehmensstrategie auch die erneuerbare Energie mit Photovoltaik und Windkraft sowie die regelmäßige Kontrolle der hohen Trinkwasserqualität eine wichtige Rolle spielen.

© SZ vom 23.11.2020
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