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Feuerwehr:81-Jährige schwebt nach Brand in Pöcking in Lebensgefahr

Großeinsatz in Pöcking.

(Foto: BRK)

Ihr 82-jähriger Ehemann hat sie im stark verrauchten Wohnzimmer entdeckt und wird selbst schwer verletzt. Das Haus ist vollständig zerstört.

Die Flammen müssen meterhoch gewesen sein. "Lichterloh" habe das Wohnhaus an der Hohen Wurz am Freitagabend gebrannt, sagen die Einsatzkräfte von Polizei und Feuerwehr am Sonntag. Zwei Menschen sind bei dem Brand schwer verletzt worden. Eine 81-jähriger Frau schwebt den Angaben der Polizei zufolge noch immer in Lebensgefahr. Sie musste mit einem Rettungshubschrauber in eine Klinik gebracht werden. Auch ihr 82-jähriger Ehemann zog sich Verbrennungen und ein Rauchgasvergiftung zu und liegt im Krankenhaus.

Der Mann war gegen 19.30 Uhr vom Einkaufen nach Hause gekommen, wie einer seiner Nachbarn erzählt, der seinen Namen nicht in der Zeitung lesen will. Er selbst sei wenig später, gegen 20 Uhr, heimgekommen und habe dann die vielen Feuerwehren in seiner Straße entdeckt: "Ich habe gedacht, bei mir brennt es, und erst einmal einen Schock erlitten", sagt er. Sein Haus grenzt direkt an die öffentliche Straße, das seiner Nachbarn, der Brandopfer, steht dahinter an einem Hang. Der 82-jähriger Bewohner des Brandhauses hatte bereits bei seiner Ankunft die starke Rauchentwicklung in seinem Haus bemerkt und wollte offenbar seiner Ehefrau zu Hilfe eilen.

Diese befand sich beim Ausbruch des Brandes im Wohnzimmer. Als die ersten Feuerwehrleute eintrafen, schlugen die Flammen aus dem Hochparterre mit dem Wohnzimmer. Wenig später griff das Feuer auch noch auf den Dachstuhl über. Der Kommandant der Freiwilligen Feuerwehr Pöcking und Einsatzleiter Georg Kammerloher forderte sofort Verstärkung an.

Vor Ort waren letztlich 105 Einsatzkräfte der Feuerwehren Pöcking, Maising, Traubing und Feldafing sowie der Polizei, des Rettungsdienstes und des Technischen Hilfswerkes. Ein mit Atemschutzgeräten ausgerüsteter Trupp der Feuerwehr Pöcking konnte die zwei Bewohner aus dem brennenden Haus bringen und Notärzten und Sanitätern übergeben. Auch bei der Brandbekämpfung im Inneren des Hauses waren mehrere Trupps im Einsatz. Nach etwa eineinhalb Stunden hatten sie das Feuer unter Kontrolle. Die Nachlöscharbeiten dauerten jedoch mehrere Stunden an. Die Feldafinger Straße blieb in dieser Zeit komplett gesperrt.

Das Haus an der Hohen Wurz hatte das Pöckinger Paar den Angaben des Nachbarn zufolge vor mehr als 30 Jahren gebaut. Der 82-jährige Mann soll früher einen Autohandel in Stockdorf betrieben, die Firma dann aber verkauft haben. Seine Frau habe vor ein paar Jahren einen Schlaganfall erlitten, sich davon aber gut erholt, erzählt der Nachbar. Nun schwebt sie in Lebensgefahr. Die Kriminalpolizei Fürstenfeldbruck hat die Ermittlungen zur Brandursache aufgenommen. Für Brandstiftung, so hieß es am Sonntag, gebe es aber keine Hinweise. Möglicherweise könnte eine defekte Heizdecke oder ein -kissen das Feuer ausgelöst haben. Den Sachschaden an dem völlig zerstörten Haus beziffert die Polizei auf eine hohe sechsstellige Summe.

© SZ.de/dac

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