Feldafing Chor der Bürgermeister gratuliert

"Wenn er etwas auf den Punkt bringt, tut es manchmal weh": Karl Roth (rechts) über Bernhard Sontheim.

(Foto: Arlet Ulfers)

Rathauschef Bernhard Sontheim wird 60 Jahre alt - und verzichtet dafür sogar auf das Champions-League-Spiel.

Von Otto Fritscher

Manchmal tritt Bernhard Sontheim durchaus etwas hemdsärmelig auf. Dem würde der Feldafinger Bürgermeister wohl kaum widersprechen. Aber ob er auch mit der Gabe der Weisheit gesegnet ist? Die Altersweisheit nehme ja bekanntlich ab einem Alter von 60 Jahren zu, sagte Feldafings Dritter Bürgermeister Roger Himmelstoß in seiner Glückwünschrede. Sontheim feierte nämlich am Dienstagnachmittag im Bürgersaal mit mehr als 80 Gästen auf den Tag genau diesen runden Geburtstag.

Ein besonderen Gruß widmete die fast vollzählig angetretene Bürgermeisterriege aus dem Landkreis ihrem Kollegen. "Zum Geburtstag viel Glück" intonierte der Chor, was Sontheim sichtlich erfreute. "Musik hat mich mein ganzes Leben lang begleitet", sagt er, schließlich sei er ja auch Vorsitzender des Vereins Jazz am See, der hochkarätige Konzerte im Bürgersaal veranstaltet. Apropos Bürgersaal: Die Umgestaltung des alten Bahnhofs in ein schmuckes Rathaus sei ihm eine "Herzensangelegenheit" gewesen, Sontheim sieht dies als größten Erfolg an in seiner mittlerweile 17-jährigen Amtszeit als Gemeindechef. Seine größte Pleite? "Dass ich mit dem Kinderhaus nicht durchgekommen bin", sagte er zur SZ, "das ärgert mich noch heute." Doch davon war in den Grußworten von Landrat Karl Roth, Bürgermeister-Sprecher Rupert Monn und Gemeinderätin Maximiliane Gerber nichts zu hören. Roth lobte Sontheim vor allem für die Feldafinger Willkommenskultur gegenüber den 120 Flüchtlingen, die im Ort strandeten.

Als Geschenk hatte sich Sontheim Spenden für ein ganz spezielles Grammophon gewünscht. Ein Original "His Masters Voice Trade Mark" - mit dem Hund vor der Lautsprechermuschel als Logo. So ein Original will er seiner Grammophon-Sammlung, die "nur noch 60 Exemplare umfasst", hinzufügen. Im Internet habe er eine solche Rarität gefunden, über den Preis hüllte sich Sontheim in Schweigen. "Vierstellig", verrät er und lacht.

Zuvor hatte Himmelstoß die Verdienste Sontheims gewürdigt, und vor allem darauf hingewiesen, dass es Sontheim gelungen sei, aus einem zerstrittenen Haufen einen sachlich debattierenden und zumeist einigen Gemeinderat zu machen. Sontheim hat noch einiges vor, er will nächstes Jahr für eine vierte Amtszeit kandidieren. Sein Gestaltungswille und die Tatkraft sind immer noch deutlich ausgeprägt. Wichtigste Aufgabe: Die Umwandlung der Kasernenfläche der IT-Schule der Bundeswehr für eine zivile Nutzung.

Feldafing ist für Sontheim weiterhin die Nummer eins, noch vor seinem geliebten FC Bayern. Für die Feier hatte er sogar auf Tickets für das Champions-League-Spiel in Liverpool am Dienstagabend verzichtet.