FeldafingAppartements für Pflegeschüler

Lesezeit: 2 Min.

Die Artemed-Klinik braucht dringend Wohnraum für die Schülerinnen und Schüler der Pflegeschule.
Die Artemed-Klinik braucht dringend Wohnraum für die Schülerinnen und Schüler der Pflegeschule. (Foto: Arlet Ulfers)

Die Artemed-Klinik will 44 Wohneinheiten auf dem Gelände entlang der Staatsstraße errichten. Das Villino soll um zwei Nebengebäude ergänzt werden.

Von Sylvia Böhm-Haimerl, Feldafing

Die Artemed-Klinik will Unterkünfte für die Schüler der Pflegeschule bauen. Auf dem Gelände der neuen Klinik neben dem Bundeswehrgelände in Feldafing könnten 44 Ein-Zimmer-Appartements entstehen.  Dafür müsste der Bebauungsplan für das Sondergebiet Krankenhaus um ein Sondergebiet Wohnen erweitert werden. Eine erste Planung wurde dem Gemeinderat am Dienstag vorgestellt.

Unterkünfte für Mitarbeiter in Pflegeberufen zu finden, sei „eine große Herausforderung“, erklärte die Leiterin des Bereichs Bau bei Artemed, Janine Gaßmann. Die Schüler und Schülerinnen würden in den Artemed-Kliniken in Feldafing und Tutzing ausgebildet. Nach Angaben des beauftragten Architekten Bernd Püttner ist die Lage so angespannt, dass Klinik-Mitarbeiter teilweise Zimmer in ihren Wohnungen als Unterkünfte für die Schüler zur Verfügung stellen.

Die Artemed-Klinik in Feldafing ist erst im Jahr 2019 in den Neubau neben der Kaserne eingezogen. Im Zuge des Bauprojekts waren auch Mitarbeiterwohnungen errichtet worden. Diese seien voll belegt und die Schüler könnten sie sich auch nicht leisten, so der Architekt. Nach den Wünschen der Verantwortlichen sollen nun im Bereich der Klinikzufahrt, etwa 30 Meter von der Staatsstraße 2063 entfernt, elf Wohnhäuser mit jeweils vier 18 Quadratmeter großen Ein-Zimmer-Appartements errichtet werden. Die zweigeschossigen Gebäude sollen 7,2 mal 7,2 Meter groß und 6,5 Meter hoch sein mit begrünten Flachdächern und fügen sich nach Ansicht des Architekten gut ein. Die Bäume entlang der Staatsstraße sollen erhalten bleiben.

Weitere Konzeptvorschläge gibt es zudem für den Bereich des Villinos.  Das denkmalgeschützte Gebäude ist von Thomas Mann als Sommerhaus genutzt worden. Bis 2018 war es das einzige Thomas Mann-Museum in Bayern. Das Villino liegt auf dem Areal, das die Klinik damals der Bundeswehr abgekauft hatte und ist im Bebauungsplan ausgewiesen zur Wohnnutzung. Nun will Artemed auf dem etwa 6000 Quadratmeter großen Gelände zwei weitere Nebengebäude errichten, mit Gewächshaus, Doppelgarage und einer Laube, die es bereits zu Zeiten von Thomas Mann gegeben haben soll.

Das denkmalgeschützte Villino ist von Thomas Mann als Sommerhaus genutzt worden.
Das denkmalgeschützte Villino ist von Thomas Mann als Sommerhaus genutzt worden. (Foto: Arlet Ulfers)

Langfristig sind auch Änderungen für den Bereich der Bundeswehr- Heizzentrale geplant, die noch auf dem Klinikgelände liegt. Sie sollte abgerissen werden, da ursprünglich der Abzug der Bundeswehr geplant war. Doch die Pläne der Bundeswehr haben sich geändert, sie bleibt auch künftig in Feldafing. Die Heizzentrale soll zwar auf eigenes Gelände verlegt werden, doch wann diese Pläne umgesetzt werden, ist unbekannt. Nach dem Artemed-Konzept soll dort ein Parkdeck für Mitarbeiter entstehen. Da nach dem bestehenden Bebauungsplan die Grünflächen von Bebauung freigehalten werden sollen, kam aus dem Gremium der Vorschlag das Parkdeck für Schülerunterkünfte aufzustocken. Zwar zeigten sich die Artemed-Verantwortlichen für Verbesserungsvorschläge grundsätzlich offen. Da die Schüler-Unterkünfte jedoch so schnell wie möglich benötigt werden, könne man nicht darauf warten, bis die Heizzentrale irgendwann abgerissen werde, hieß es.

Da die Bundeswehr bleibt, müssen auch die Planungen für die Klinik-Zufahrt geändert werden. Ursprünglich war diese über die Siemensstraße geplant. Das kann nicht umgesetzt werden, da das Areal auf Bundeswehrgrund liegt. Die behelfsmäßige Zufahrt im Bereich der Kasernenwache bleibt daher mit geringfügigen Änderungen endgültig bestehen. Dadurch entfallen ausgewiesene Flächen für die Ersatzaufforstung und müssen anderweitig nachgewiesen werden.

Gegen die Stimme von Anton Maier (Grüne) nahm das Gremium die Planungen zur Kenntnis und beauftragte die Verwaltung, die Änderung des Bebauungsplans einzuleiten. Bürgermeister Bernhard Sontheim reagierte abwartend. Er könne sich zu den Planungen nicht äußern, sagte er. Erst im Laufe des Verfahrens könne entschieden werden, was möglich sei. Am Rande der Sitzung sagte er, in seiner Amtszeit werde die Planung wohl nicht mehr umgesetzt werden. Sontheim tritt bei den Kommunalwahlen 2026 nicht mehr an.

© SZ - Rechte am Artikel können Sie hier erwerben.
Zur SZ-Startseite

Starnberg
:Ein Penthouse für 20 Millionen Euro

Der siebenstöckige Neubau soll in Seenähe entstehen und in den obersten Etagen den Blick bis zur Alpenkette freigeben. Die Frage ist nur:  Wer kommt für eine Immobilie dieser Spitzenklasse infrage?

Von Lilly Fels

Lesen Sie mehr zum Thema

  • Medizin, Gesundheit & Soziales
  • Tech. Entwicklung & Konstruktion
  • Consulting & Beratung
  • Marketing, PR & Werbung
  • Fahrzeugbau & Zulieferer
  • IT/TK Softwareentwicklung
  • Tech. Management & Projektplanung
  • Vertrieb, Verkauf & Handel
  • Forschung & Entwicklung
Jetzt entdecken

Exklusive Gutscheine für SZ-Abonnenten: