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Fasching im Landkreis Starnberg:Zerlegte Schlüssel und wilde Weiber

Im Fünfseenland und im Würmtal amüsieren sich Närrinnen und Narren, tanzen Bauern und werden Orden umgehängt

Alle zwei Jahre bringen die Würmtalgemeinden am Faschingssonntag einen großen Faschingszug auf die Straßen von Krailling und Planegg. Vieles wurde heuer auf den insgesamt 37 Wagen thematisiert, manches allerdings war nur schwer oder beim zweiten Hingucken zu verstehen. So deutlich und frech wie die Stockdorfer Feuerwehr waren nur wenige: "Stockdorf ohne Bahnhofs-Klo, da hilft nur 11zwo" prangte da in zweifelsfreier Absicht.

Eindeutig Humor zeigten die wackeren Fernmelder, als das Pöckinger Prinzenpaar mit seiner Garde zum Sturm der General-Fellgiebel-Kaserne in Pöcking ansetzte. Ganz widerstandslos überließen sie den Narren das Feld nicht. Listig hatten Kasernenchef Rainer Simon und seine Mannen den Schlüssel zum Gelände zerlegt und in einer Schatztruhe voller Sägemehl versteckt. Weshalb Markus II. und seine Prinzessin Julia I. auf der Suche nach den Einzelteilen prompt in einer mächtigen Staubwolke verschwanden. Erst nach erfolgreicher Bewältigung der Aufgabe war der Weg frei zur Brotzeit im Casino.

Reichlich Platz hatten die Tanzpaare beim Bürger- und Bauernball in Herrsching. Gut für die Tänzerinnen und Tänzern, darunter mit Anita Painhofer und Georg Zankl die Spitzen der Kreisbauernschaft. Sie nutzten die Freiräume auf dem Parkett zu ausgelassenen Auftritten.

"Du bis einfach königlich", schallt es aus dem Ghettoblaster, und das Kinderprinzenpaar des Pöckinger Faschingsclubs, Emilia I. und Máximo I., wirbelt dazu durch den Konferenzraum der Starnberger SZ-Redaktion. Seit September haben sie die Tanzshow mit PFC-Präsidentin Stephanie Lörke geprobt, so dass jeder Schritt sitzt. Es folgt die Tanzeinlage des Prinzenpaars Julia I. Zachmann und Markus II. Repert, die sich den Song "Ich lebe für dich" ausgesucht hatten. Ein wenig wird ihnen die Schau gestohlen von der kleinen Magdalena, der zweieinhalbjährigen Tochter der PFC-Präsidentin, die sich früh als Prinzessin übt und mit viel Charme ein paar Tanzschritte und eine formvollendete Reverenz darbietet. Ihre Brüder Simon, 5, und Valentin,7, bewundern derweil den Gartenzwerg der Redaktion, der seit Jahren die Faschingsorden sammelt. Heuer gingen die Orden an die Redakteurin Christine Setzwein und den Fotografen Franz Xaver Fuchs.

Viele kleine Prinzessinnen, Fabelwesen und Seeräuber machten Kraillings Bürgermeister Rudolph Haux die Aufwartung. Rund 120 Kinder des Caritas-Kinderhauses waren in ihre schönsten Faschingskostüme geschlüpft und hatten zusammen mit ihren Betreuerinnen fröhliche Lieder einstudiert. Die durften sie im Rathausfoyer trällern, wofür sich Haux bei jedem Kind mit einem Schokoladenlolly bedankte.

Eine Mordsgaudi war der Weiberfasching der Starnberger Faschingsgesellschaft Perchalla in der Schloßberghalle. Gut 150 bunt kostümierte Frauen vergnügten sich dort auf der Tanzfläche und damit "weit mehr als in früheren Jahren", wie Robert Weiß vom Elferrat erfreut versicherte. Klar, dass das Ereignis für die Nachwelt per Selfie erhalten bleiben musste.

© SZ vom 24.02.2020 / rar, bla, fxf
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