Fachoberschule Germering Unterricht im Modulbau

Zum Pavillon kommt ein weiteres Provisorium hinzu. Auch das wird nicht lange reichen. Deshalb sucht der Landkreis Fürstenfeldbruck ein Grundstück für einen Neubau

Von Ingrid Hügenell, Germering

Die Fachoberschule (FOS) Germering, in der auch viele Schüler aus dem Landkreis Starnberg unterrichtet werden hat im September ein neues Gebäude bezogen, das aber auch eine Interimslösung ist. Am Mittwoch wurde der Bau mit Erdgeschoss und erstem Stock offiziell eröffnet. Der Modulbau ergänzt den alten Pavillon neben dem Carl-Spitzweg-Gymnasium, der weiter genutzt wird. Die zehn Klassenzimmer, Aufenthaltsbereiche für die Schüler, ein zweites Lehrerzimmer und ein kleines Büro für die stellvertretende Schulleiterin Stephanie Weiser werden reichen, bis die FOS etwa 500 Schüler hat, sagte Schulleiter Holger Wirth bei der Eröffnung. "Ende 2021/22 sind wir voll."

Derzeit besuchen 270 junge Männer und Frauen die FOS. Im kommenden Schuljahr soll auch der Technikzweig angeboten werden, zugleich werden die ersten Zwölftklässler in die 13. Klasse wechseln, um die allgemeine Hochschulreife zu erlangen. Sie können bei der zweiten Fremdsprache zwischen Französisch und Spanisch wählen. Wirth sagte, er sei sehr froh, die Fachräume der benachbarten Realschule und des Gymnasiums nutzen zu können. Der neue Bau liegt an der Alfons-Baumann-Straße und gehört zu dem Campus, den die drei Schulen bilden. Für den Technikzweig werde die FOS Chemie- und Physiksäle noch stärker beanspruchen. Für ihr Entgegenkommen dankte Wirth seinen Direktoren-Kollegen, die bei der Eröffnung anwesend waren.

Der zweigeschossige Interimsbau bei der Realschule wurde aus Modulen errichtet. Die Ausstattung ist einfach, aber funktional. 2023 soll die Fachoberschule Germering einen Neubau erhalten.

(Foto: Carmen Voxbrunner)

Klar ist, dass die Germeringer FOS einen Neubau braucht. Denn es wird erwartet, dass die Schülerzahl weiter steigt. In fünf Jahren soll er stehen. Bis dahin läuft der Mietvertrag des Landkreises mit der Firma Kleusberg, die den Modulbau errichtet hat und ihn nun für monatlich 19 300 Euro vermietet. Wie Landrat Thomas Karmasin (CSU) sagte, arbeite der Landkreis als Schulaufwandsträger an einer Lösung. Er habe am Mittwoch ein Gespräch mit Vertretern der Landeshauptstadt München geführt. Dabei sei es um ein Grundstück in S-Bahnnähe gegangen, das sich für einen Neubau eignen würde, aber auf Münchner Flur liegt. "Das wäre gut gelegen, aber dazu bräuchten wir einen Flächentausch."

Grundsätzlich sei die Landeshauptstadt unter Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD) aufgeschlossener als früher, was eine Beteiligung am Bau der Germeringer FOS betrifft. Karmasin hat im Sommer auch Gespräche mit Münchens Dritter Bürgermeisterin Christine Strobl (SPD) und Stadtschulrätin Beatrix Zurek geführt. Dabei habe Strobl für den Herbst eine "Idee" für eine Lösung angekündigt. Er habe aber noch keine weitere Information dazu erhalten, sagte Karmasin.

Vertreter der Stadt, des Landkreises, der Schulleitungen, Lehrer, Elternbeiräte und ein Schüler füllten bei der Eröffnung ein ganzes Klassenzimmer.

(Foto: Carmen Voxbrunner)

Da mehr als die Hälfte der Schüler nicht aus dem Landkreis Fürstenfeldbruck, sondern aus Stadt und Landkreis München und aus dem Landkreis Starnberg stammen, will der Landkreis die Kosten für den Neubau nicht alleine tragen. Der Landkreis München habe sich schon bereit erklärt, anteilig Kosten zu übernehmen, Starnberg überlege noch.

Die Fachoberschule in Germering wurde im Herbst 2017 mit 150 Schülern eröffnet. Sie bietet die Fachrichtungen Sozialwesen sowie Wirtschaft und Verwaltung an. Eine Berufsoberschule wie in Fürstenfeldbruck gibt es nicht, sie ist auch nicht geplant. Der für die Fachoberschulen zuständige Ministerialdirigent Konrad Maurer sagte, dafür gebe keinen Bedarf. Die Fürstenfeldbrucker FOS bietet bereits den Technikzweig an, ebenso die Ausbildungsrichtung Gesundheit. Die Germeringer FOS sollte die Schule in Fürstenfeldbruck entlasten, die mit derzeit 1400 Schülern aus allen Nähten platzt. Das ist nur minimal gelungen. Gerade einmal 30 Schüler seien statt nach Fürstenfeldbruck nach Germering gegangen, sagte Schulleiter Wirth.

Der Modulbau sei günstiger gewesen als der zunächst geplante Containerbau, sagte Wirth. Laut Landratsamt betrugen die Planungs- und Baukosten etwa 1,12 Millionen Euro. Von der Planung bis zur Fertigstellung verging nur ein Jahr, berichtete Architekt Franz Balda. Wird das Gebäude nicht mehr gebraucht, könne es zügig demontiert und wieder verwendet werden. Die Klassenzimmer haben keinen Wasseranschluss, dafür aber Whiteboards, auf die man nicht nur schreiben, sondern auch über PC oder Beamer Seiten oder Bilder projizieren kann. "Wir sind gut untergebracht", sagte Wirth. Bisher haben die Zwölftklässler den Interimsbau bezogen. Die anderen Schüler sind noch im Pavillon untergebracht, der bei ihnen auch beliebt sei, wie Wirth sagte. Er wurde grundlegend renoviert, bevor ihn die FOS bezog.