Erweiterungpläne Haus mit Freizeit-Flair

Verwaltungsschule will Zentrum in Holzhausen ausbauen

Von Armin Greune, Utting

Die Bayerische Verwaltungsschule (BVS) im Ortsteil Holzhausen will expandieren. Einer Konzeptstudie zufolge soll ein weiteres Gebäude mit einer Grundfläche von 34 mal 35 Meter errichtet werden - am Weg zum Dampfersteg anstelle des bisherigen Tennisplatzes. In den beiden Obergeschossen sind insgesamt 30 Gästezimmer geplant, die in drei beziehungsweise zwei Flügeln untergebracht sind. Ähnlich wie das benachbarte Haus "Panorama" soll der Neubau ein Volumen von 8500 Kubikmetern umfassen. Dennoch hatte der Uttinger Gemeinderat in der jüngsten Sitzung keine grundsätzlichen Einwände, Kritik wurde nur am geplanten Parkdeck über dem bestehenden Parkplatz laut.

In jedem bayerischen Rathaus ist die BVS Holzhausen ein Begriff: Sie ist eins der fünf Zentren im Freistaat, die für Aus- und Weiterbildung aller Berufsfelder im Bereich der kommunalen öffentlichen Hand zuständig sind. Träger der Körperschaft öffentlichen Rechts sind Freistaat, Kommunen, Landkreise und Bezirke. In Holzhausen werden Kurse und Seminare für Verwaltungsmitarbeiter, Umwelttechniker sowie Bäder- und Bauhoffachleute angeboten, die Uttinger Bürgerversammlungen finden dort statt. Die Räume können aber auch von Dritten für Seminare oder private Feiern angemietet werden.

Im Internet preist sich die BVS wie folgt an: "Unser modernes Zentrum liegt direkt am malerischen Westufer des Ammersees. Nur eine gute halbe Stunde von München entfernt, bieten wir Ihnen hier Ruhe für Aus- und Fortbildung, geschäftliche Tagungen und ein besonderes Flair für gesellschaftliche Anlässe. Auf unserer für diese Region einzigartigen Parkanlage mit über 40 000 Quadratmetern finden Sie (...) über 131 Gästezimmer(...) Nutzen Sie auch unser großes Sport- und Freizeitangebot in einer der schönsten Regionen Bayerns. Wenn Sie mit Ihrem Auto anreisen, erwarten Sie ausreichend Parkmöglichkeiten."

Eben dieses Stellplatzangebot stand im Uttinger Gemeinderat im Brennpunkt. Der Bauwerber hat vor, bestehende Stellplätze mit einem Parkdeck zu überbauen und dazu zwei Alternativen im Blick: Entweder soll das 48 Meter lange Deck auf 25 Meter Breite Platz für 36 Autos bieten oder auf 62 Meter Breite 84 Parkplätze aufweisen. "Ich kann beiden Varianten nicht zustimmen", befand Peter Noll (GAL): "In dieser landschaftlich schönen Lage sollte sich der Bauwerber eine Tiefgarage leisten und die Autos nicht auf Firsthöhe des Nachbarns parken." Ralf Stief (CSU) brachte als Gegenargument die hohen Baukosten für eine Tiefgarage vor. Bürgermeister Josef Lutzenberger (GAL) wies darauf hin, dass der Stellplatzbedarf ohnehin vom Landratsamt geprüft werde: Außer für die bis zu 60 Gäste müssten auch für zusätzliches BVS-Personal Parkplätze ausgewiesen werden. Letztlich stimmten nur Noll und Isa Lamberty (GAL) gegen den Vorbescheidsantrag.

Als Begründung für die Ausbaupläne sagt Thomas Brandl, Leiter der BVS-Bildungszentren, man müsse "auch den Gesichtspunkt der Wirtschaftlichkeit im Auge behalten". Die BVS wolle klären, ob die Erweiterung in Holzhausen eine "sinnvolle Variante zur derzeitigen Betriebsform sein kann". Dazu werde nach der Entscheidung des Landratsamtes eine Machbarkeitsstudie erstellt.