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Erste Bleibe:Zur Quarantäne nach Gilching

Bezirksregierung eröffnet ein neues Übergangswohnheim

Für besonders schutzbedürftige Menschen hat die Regierung von Oberbayern in Gilching ein weiteres Übergangswohnheim geschaffen. In dieser Unterkunft sollen Spätaussiedler, jüdische Emigranten und vor allem sogenannte Kontingentflüchtlingen des "Humanitären Aufnahmeprogrammes" (HAP) aufgenommen werden, teilt die Bezirksregierung mit. Sie würden dort zur Quarantäne nach einer Einreise und zur Einhaltung von Infektionsschutzvorschriften vorübergehend untergebracht. Der Platz reicht für bis zu 30 Menschen.

Die ersten sechs Bewohner, die neu im Bundesgebiet angekommen sind, hätten erst vor kurzer Zeit das Übergangswohnheim in der Nähe des S-Bahnhofs Neugilching bezogen; sie stammten aus der Ukraine, berichtet die Regierung von Oberbayern .

Das Haus in Gilching sei ausgewählt worden, weil es "von der baulichen Struktur und den örtlichen Gegebenheiten für diesen Zweck gut geeignet" sei, erläutert Wolfgang Rupp, Sprecher der Regierung von Oberbayern. Zudem weise Gilching eine gute Infrastruktur und verkehrliche Anbindung nach München auf. Der Mietvertrag mit dem privaten Besitzer des Gebäudes laufe bis Ende 2027, erklärt Rupp. Die Unterkunft verfüge über 22 Zimmer mit eigenem Bad und Toilette und einer gemeinsamen Küche.

Die Bewohner verfügten durch speziellen Programme nach einer legalen Einreise bereits über einen Aufenthaltsstatus und müssten kein Asylverfahren mehr durchlaufen, heißt es in der Mitteilung. Der Status erlaube ihnen, eine Arbeitsstelle anzunehmen und selbst eine Wohnung zu mieten. Das Heim biete den Menschen eine erste Bleibe und unterstütze sie dabei, neue Perspektiven zu gewinnen, unterstreicht Regierungspräsidentin Maria Els.

"Menschen in besonderen Notlagen können und wollen wir auf Verwaltungsebene unkompliziert und pragmatisch helfen", betont Starnbergs Landrat Stefan Frey, der das Projekt begrüßt.

© SZ vom 12.12.2020 / deu
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