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Erling:20 Meter hohe Milchtanks

Die Biomolkerei Scheitz plant auf dem Firmengelände 34 Behälter

Von UtE Pröttel, Erling

Sie passen so gar nicht zum Image einer Biomolkerei. Riesige silbrige Milchtanks, die bis zu 40 Meter in die Höhe ragen. Und doch sind es gerade die ökologischen Argumente, die für die schlanken hohen Milchtanks sprechen. Je höher die Tanks ausgelegt sind, desto mehr Milchmasse kann gekühlt und mit nur einem Rührwerk verarbeitet werden. Energieverbrauch und Lärm werden reduziert. In den kommenden Jahren steht bei der Molkerei Scheitz die Modernisierung der bestehenden Milchtanks an. Um dies auf dem aktuellen Niveau der Technik realisieren zu können, muss allerdings die bisher genehmigte maximale Höhe von 13,70 Meter nach oben verändert werden. Bereits im Juli 2016 wurden Molkereichefin Barbara Scheitz und ihr Architekt Heinz Springmann aus Esslingen im Andechser Bauausschuss vorstellig, um eine entsprechende Genehmigung zu beantragen. Von 25 Metern Höhe war die Rede. Das war den Andechser Gemeinderäten entschieden zu hoch. Sie lehnten ab.

Das Gremium hat es der erfolgreichen Molkerei seit der Präsentation der ersten Umbaupläne 2009 nie leicht gemacht. Unter dem Label Andechser Natur hat Barbara Scheitz den Familienbetrieb zu Europas größter Biomolkerei ausgebaut. Dafür war in den vergangenen Jahren eine umfassende Umstrukturierung des Werksgeländes nötig. Im Herbst vergangenen Jahres konnte endlich das im Stil von Friedensreich Hundertwasser gestaltete Hochregallager in Betrieb gehen. Die Verwaltung zog nach 17 Jahren im Bürocontainer wieder in ein festes Gebäude ein.

Die Andechser Räte störten sich daran, dass eine Tankhöhe von 25 Metern, das massive Gebäude des Hochregallagers um mehr als sechs Meter überragen sollte. In der letzten Sitzung des Bauausschusses präsentierte Architekt Springemann nun einen entschlackten Entwurf. Nur ein Drittel der 34 möglichen Milchtanks sollten für eine Höhe von 25 Meter ausgelegt werden. Ein weiteres Drittel sollte 20 Meter Höhe haben dürfen der Rest 15 Meter. Doch auch diesen Antrag lehnte der Andechser Rat ab. Das Gremium einigte sich schließlich darauf die Wandhöhe der Milchtanks an der Höhe des Hochregallagers zu orientieren und genehmigte eine zulässige Wandhöhe von 20 Meter. In diesem Fall für alle 34 Milchtanks.

© SZ vom 10.11.2016
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