"Es war wirklich aufregend in Berlin", sagt Joshua Grasmüller über den Neujahrsempfang in Schloss Bellevue bei Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier, an dem er am vergangenen Donnerstag teilgenommen hat: Zuerst das Defilee mit Händeschütteln und Erinnerungsfoto mit dem Bundespräsidenten und dessen Ehefrau Elke Büdenbender neben der Deutschlandfahne und dann das Bankett für die 70 Geehrten mit Drei-Gänge-Menü.
Der 17-jährige Landesschülersprecher war gemeinsam mit seiner Mutter nach Berlin gereist. "Meine Mutter war das letzte Mal in Berlin gewesen, als die Mauer noch stand", erzählt er der SZ. Dementsprechend straff war das Programm der beiden für den zweitägigen Besuch. Während der Sohn in Bellevue dinierte, besichtigte die Mutter gemeinsam mit anderen Angehörigen den Berliner Reichstag. Natürlich nutzten Mutter und Sohn die Gelegenheit auch zu einer "riesigen Stadtführung". Aber die Zeit drängte dennoch, denn schon am Donnerstagabend musten die beiden wieder den Zug in Richtung Heimat besteigen. Hatte Joshua Grasmüller doch am Freitagmorgen eine Matheklausur in seiner Schule in Kempfenhausen zu schreiben, wo er die zwölfte Klasse besucht.
Zum offiziellen Grund, warum er überhaupt beim Bundespräsidenten eingeladen war, sagt Grasmüller: "Die Bayerische Staatskanzlei hat mich vorgeschlagen, weil ich mich schon seit sechs Jahren für die Schülervertretung engagiere." Grasmüller ist seit fünf Jahren Schülersprecher im Gymnasium Kempfenhausen. Seit drei Jahren fungiert er zusätzlich als Bezirksschülersprecher, und im zweiten Jahr ist er jetzt Landesschülersprecher.
Vor und nach dem Essen hatte der 17-Jährige, wie er erzählt, auch die Möglichkeit, "einige Worte mit dem Bundespräsidenten zu wechseln". Und diese Chance nutzte der 17-Jährige, um Steinmeier ganz offiziell zur Bundesschülerkonferenz einzuladen, die Ende März in Saarbrücken stattfindet. Und Steinmeier? "Er hat weder zu- noch abgesagt. Eine Resthoffnung bleibt also, dass er vielleicht kommen wird", sagt Grasmüller.
