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Ehrenamt:Loben statt jammern

Wörthsee: Neujahresempfang

Christel Muggenthal (Mitte) mit Helga Soyer, Elli Unverdross, Albrecht Deyhle und Heinz Soyer (von links).

(Foto: Nila Thiel)

Wörthsees Bürgermeisterin Christel Muggenthal lädt engagierte Gemeindebürger zum Neujahrsempfang

Von Christine Setzwein, Wörthsee

Was wäre Wörthsee ohne die vielen Menschen, die sich ehrenamtlich engagieren für die Umwelt, in den Vereinen, im Sport, in der Kultur, in der Kommunalpolitik? Die sich kümmern um Arme und Kranke, die handeln statt nur zu reden und denen das Gemeinwesen wichtiger ist als Egoismen? "Nicht dieselbe, die wir kennen und lieben", sagte Bürgermeisterin Christel Muggenthal am Donnerstagabend in der Aula der Grundschule. Als Dankeschön und als Anerkennung lädt die Gemeinde zum Neujahrsempfang traditionell Bürger ein, die sich für das Gemeinwohl einsetzen.

Auf die große Politik ging Muggenthal in ihrer Neujahrsansprache dieses Mal nur kurz ein. Sie habe sich in der Vergangenheit "an Populisten abgearbeitet, die es mit der Wahrheit nicht so genau nehmen, von Fremdbestimmung, Migration und Überfremdung reden und damit Ängste und Verunsicherung ihrer Bürgerinnen und Bürger befördern". Viel besser sei es, sich an Albert Einstein zu halten, der einmal gesagt habe: "Es gibt viele Wege zum Glück. Einer davon ist, aufhören zu jammern." Und so wandte sie sich den Bürgern zu, die sich auch im vergangenen Jahr für ein funktionierendes Gemeinwesen engagiert haben.

Zum Beispiel die Frauen und Männer der Freiwilligen Feuerwehren Etterschlag, Steinebach-Auing und Walchstadt sowie der Wasserwacht, die sich der Hilfe und Rettung ihrer Mitmenschen verschrieben hätten, "eine verantwortungsvolle und oft psychisch belastende Aufgabe". Oder die Nachbarschaftshilfe Wörthsee, die mit ihrem breiten Angebot Hilfe und Unterstützung für Jung und Alt biete. Sie begrüßte den jüngst gegründeten Seniorenbeirat, der es schon geschafft habe, ihren Mann Ingo zu einem begeisterten Nordic-Walker zu machen. Eingeladen war auch Elli Unverdross, die Menschen im Ort helfe, die in wirtschaftliche Not geraten oder von Obdachlosigkeit bedroht seien. Verkehrs-AG, Schulweghelfer, Blaskapelle - die an der Grundschule eine Bläserklasse ins Leben gerufen hat - Trachtenverein, Kunstverein, Kulturverein, Männergesangverein oder Offenes Singen - sie alle engagieren sich für ein buntes Gemeindeleben. Ebenso wie der Sportclub Wörthsee mit seiner "hervorragenden Jugendarbeit", den Seglerverein, der mit Theresa Steinlein eine Gewinnerin in seinen Reihen hat. Die junge Athletin ersegelte sich bei der Junioren-WM eine Bronzemedaille. Muggenthal lobte die "perfekte Organisation" des hochrangig besetzten Wörthsee-Triathlons, die Organisatoren des Christkindmarkts und das "außergewöhnliche Engagement" von Roswitha Gahn und Hanna Weber für den Dorfladen, auch wenn er nun geschlossen sei.

Von den Gewerbetreibenden begrüßte die Bürgermeisterin die Familie Soyer, die auf den Dächern ihrer Firma die landkreisweit größte Fotovoltaikanlage installieren ließ. Nicht zuletzt galt ihr Dank den Gemeinderäten, die viele Abende und Wochenenden für das Gemeinwohl opferten. "Mein Respekt ist ihnen sicher."

Musikalischen Schwung in den Abend brachten Peter Guntz, Max Buchsteiner, Michi Gabler, Tobias Gabler und Michi Dachsel von der Zwiderwurzn. Caterer Johannes Englmeier hatte Häppchen und Süppchen, Sekt, Bier und Wein dabei. Ein schöner Abend mit vielen interessanten Gesprächen, den sich auch die Träger der Wörthseer Bürgermedaille, Veronika Sourisseau und Albrecht Deyhle sowie Altbürgermeister Hermann Dorbath nicht entgehen ließen.

© SZ vom 20.01.2020

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