Erneut ist es an der Steilwand bei Allmannshausen im Starnberger See zu einem tödlichen Unfall gekommen. Nach Polizeiangaben starb am Sonntagmorgen ein 67-jähriger Tauchlehrer aus München, als er offensichtlich an einer Kante abrutschte und im Wasser unterging. Dabei ertrank der Mann, wie das Polizeipräsidium Oberbayern Nord mitteilte.
Der Münchner, der als erfahren galt, hatte nach ersten Erkenntnissen gegen neun Uhr seine Taucherausrüstung schon teilweise angelegt, diese sei aber noch nicht einsatzbereit gewesen, als er von der Kante in der Nähe der Steilwand abrutschte. Nach mehreren Minuten konnten laut Polizei seine beiden Tauchpartner den Körper des 67-Jährigen aus etwa drei Metern Tiefe bergen - doch das Opfer starb noch an der Unfallstelle. Die weiteren Ermittlungen zu dem Fall hat die Kriminalpolizei Fürstenfeldbruck übernommen.
Bereits am Samstagvormittag kam es vor der Steilwand zu zwei dramatischen Zwischenfällen: Laut Polizei musste ein 59 Jahre alter Tauchlehrer eine 54-jährige Frau aus Friedberg nach dem Aufstieg am Seeufer reanimieren. Sie hatte bei ihrem offenbar ersten Tieftauchgang in etwa 30 Metern ihrem Ausbilder eine plötzliche Atemnot signalisiert, hieß es dazu nach ersten Ermittlungen. Bei dem Tauchgang war gegen zwölf Uhr auch eine weitere Schülerin dabei gewesen, die aber unverletzt blieb. Wie die Polizei auf Anfrage am Sonntagabend mitteilte, wurde die verunglückte Taucherin mit dem Rettungshubschrauber in eine Unfallklinik geflogen und dort auf der Intensivstation behandelt. Der Zustand der Frau sei inzwischen stabil, teilte die Polizei am Sonntagabend mit. Ebenfalls am Samstag - nur eine halbe Stunde zuvor - war ein 51-jähriger Taucher aus Regensburg in fünf Metern Tiefe im selben Revier bewusstlos geworden, berichtet die Polizei außerdem. Der Mann soll einen Rekordversuch beim Apnoe-Tauchen unternommen und die Tiefe von 81 Metern erreicht haben. Beim Aufstieg hatte er angeblich eine Monoflosse verloren. Ein Begleitteam zog ihn ans Ufer, wo er laut Polizei wieder ansprechbar gewesen sei. Der Mann wurde trotzdem mit einem Helikopter in eine Unfallklinik geflogen. Immer wieder ereignen sich an der beliebten, aber mittlerweile auch berüchtigten Steilwand an der Seeburg am Ostufer gefährliche Zwischenfälle, die auch tödlich ausgehen. Zuletzt kam dort am Freitag, 13. Juli, ein 57-jähriger Taucher aus Grünwald ums Leben. Laut Polizei war der Mann in einer Gruppe von Tauchern unterwegs und gab Handzeichen, weil er offenbar Probleme bekam. Es war daher ein Notaufstieg eingeleitet worden, doch der Grünwalder blieb vermisst. Der Taucher konnte erst später lokalisiert und zwei Tage nach dem Unfall aus etwa 50 Metern Tiefe geborgen werden. Die Ausrüstung war von der Polizei sichergestellt und der Mann obduziert worden. In diesem Jahr waren bereits zwei Taucher im Januar nach einem Notaufstieg vor der Steilwand verletzt worden und mussten in eine Druckkammer gebracht werden. Der jetzige Fall von Sonntagmorgen, bei dem ein erfahrener Tauchlehrer in nur drei Metern Tiefe ertrinkt, ist in der bisherigen Unfallserie vor Allmannshausen ein trauriges Novum. Aber immer wieder scheinen auch erfahrene Tauchsportler die Gefahren dort zu unterschätzen.

