Doppelmord von Krailling:Polizei sucht dritte Tatwaffe

Neue Unklarheiten im Kraillinger Mordfall: Verletzungen, die bei einem der toten Mädchen gefunden wurden, passen nicht zu den bislang sichergestellten Tatwaffen. Nun sucht die Polizei nach einer dritten Waffe.

C. Deussing

Die Ermittler im Kraillinger Mordfall suchen offenbar nach einer weiteren Tatwaffe. Denn angeblich soll zumindest eines der getöteten Mädchen Verletzungen aufgewiesen haben, die nicht zu einem Messer oder zur Hantelstange passen, die am Tatort gefunden wurden.

Zweifacher Kindermord von Krailling vor der Aufklaerung

Die Ermittler der Sonderkommission Margarete suchen anscheinend nach einer dritten Tatwaffe. Der am vergangenen Freitag festgenommene 50-jährige Onkel der acht- und elfjährigen Schwestern hat sich bislang nicht zu den Vorwürfen geäußert.

(Foto: dapd)

Daher suchen die Fahnder der Sonderkommission "Margarete" nach einem spezifischen Gerät oder Werkzeug, das auch womöglich im Kraft- und Kampfsport verwendet wird. Ob dem mutmaßlichen Doppelmörder Thomas S. - einem 50-jährigen Familienvater aus Peißenberg - ein Komplize geholfen hat, ist weiter unklar.

Der dringend tatverdächtige Onkel der ermordeten Mädchen Chiara und Sharon schweigt weiterhin beharrlich. Der Postbote befindet sich seit Freitag in Stadelheim in Untersuchungshaft, mittlerweile ist er dort auf einer Krankenstation untergebracht - angeblich wegen Suizidgefahr. Am Kraillinger Tatort war eine Blutspur des Mannes gefunden worden.

Die Mordkommission suche jedoch nach weiteren einschlägigen Spuren und Hinweisen, sagte der Münchner Polizeisprecher Wolfgang Wenger. Er betonte, dass die Soko "Margarete" nach wie vor in voller Stärke daran arbeite, den Fall vollständig aufzuklären.

Der mutmaßliche Täter soll sich mit seiner Schwägerin, der Mutter der getöteten Kinder, über eine Wohnung gestritten haben, die sie mit ihrer Schwester geerbt hatte. Deren Rolle ist noch äußerst undurchsichtig. Die 44-jährige Ursula S. soll ihrem inhaftierten Mann für die Mordnacht ein Alibi gegeben haben.

Ob sie Anstifterin, Mitwisserin oder ahnungslos war, ist allerdings unklar. Zu Details in der Ermittlungsarbeit äußere er sich nicht, sagte dazu auf Anfrage der Münchner Oberstaatsanwalt Ken Heidenreich.

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