Doppelmord in Krailling:Blutspuren sind "tatrelevant"

Der festgenommene Onkel der getöteten Mädchen bestreitet die Tat, doch die Polizei glaubt ihm nicht.

Christian Deussing und Bernd Kastner

München /Krailling - Durch die laufenden Ermittlungen nach dem Mord an den beiden Mädchen in Krailling sieht die Polizei ihren dringenden Tatverdacht gegen den Onkel der Kinder "untermauert". Die am Tatort entdeckten DNS-Spuren seien "tatrelevant", erklärte Polizeisprecher Wolfgang Wenger. Dies bedeutet, dass die Spuren frisch sein müssen. Damit widerspricht Wenger indirekt den Angaben des mutmaßlichen Mörders. Dessen Verteidiger hatte erklärt, dass sein Mandant bei einem früheren Besuch in der Wohnung in Krailling Nasenbluten gehabt habe. Dies habe der Tatverdächtige aber bereits in einer Vernehmung den Ermittlern mitgeteilt, sagte dazu auf Anfrage Oberstaatsanwalt Ken Heidenreich. Die "Einlassung" von Thomas S. sei auch dem Haftrichter bekannt gewesen.

Haus des mutmasslichen Doppelmoerders von Krailling

Die Polizei hat das Haus des mutmaßlichen Doppelmörders versiegelt.

(Foto: dapd)

Laut Wenger bestehe gegen die Ehefrau des Onkels, die mehrmals vernommen worden sei, kein Tatverdacht, konkrete Anhaltspunkte für einen zweiten Täter gebe es derzeit auch nicht. Das "vermeintliche Tatmesser" stamme wohl aus der Wohnung der Mädchen, die Herkunft der Hantel, mit der der Täter auch zugeschlagen haben soll, sei noch ungeklärt. Hinweise auf eine dritte Tatwaffe gebe es nicht. Bislang habe die Soko "Margarete" 94 Speichelproben mit Tatortspuren verglichen, 130 Vernehmungen durchgeführt und 167 Hinweise erhalten. Die kriminaltechnische Erfassung des Tatortes sei weitgehend abgeschlossen.

Zur SZ-Startseite

Lesen Sie mehr zum Thema

Süddeutsche Zeitung
  • Twitter-Seite der SZ
  • Facebook-Seite der SZ
  • Instagram-Seite der SZ
  • Mediadaten
  • Newsletter
  • Eilmeldungen
  • RSS
  • Apps
  • Jobs
  • Datenschutz
  • Kontakt und Impressum
  • AGB