Starnberg:Django - ein Kater im Baumarkt

Er schläft auf Gartenmöbeln, schnurrt auf Fußmatten und träumt in Umzugskartons: Eine getigerte Katze hat sich ein Einkaufsparadies in Starnberg als Zuhause auserkoren.

Von Carolin Fries

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Quelle: Arlet Ulfers

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Manchmal sitzt Django im Regal mit den Arbeitshandschuhen und schläft. Dann entdeckt man ihn in der Haushaltsabteilung, wo er auf den Fußmatten fläzt, alle Viere von sich gestreckt. Ein paar Stunden später macht er es sich ein paar Gänge weiter in einem Umzugskarton gemütlich oder spielt raschelnd in einer Kiste mit Malerabdeckungen. Das Höchste aber scheint für den rot-getigerten Kater die sommerliche Gartenmöbelsausstellung zu sein: Dann gibt es so gut wie keinen Liegestuhl im Starnberger Hagebaumarkt, auf dem der Kater nicht Probe gelegen hat.

Sylvi Biller, stellvertretende Marktleiterin, mit Kater Django im Starnberger Hagebaumarkt

Quelle: privat

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Die langen Gänge des Baumarkts mit den meterhohen Regalen sind sein Zuhause. Das war freilich nie so gedacht. Django hat es sich selbst so ausgesucht. Vor etwa zwei Jahren sei er einfach in den Laden marschiert, erzählt Sylvi Biller, stellvertretende Marktleiterin. Anfangs habe man ihn wieder hinausbegleitet oder aber das Tierheim verständigt, das ihn abgeholt und sein Frauchen verständigt hat, das nur ein paar hundert Meter Luftlinie entfernt wohnt.

Django im Starnberger Hagebaumarkt

Quelle: privat/oh

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Doch Django kam immer wieder, stand oft nur wenige Stunden später wieder vor der Tür des Baumarkts. Inzwischen ist er laut Biller "der pünktlichste Mitarbeiter". Morgens um 7.30 Uhr wenn der Schließdienst kommt, sitze er bereits wartend vor dem Markt. Er lasse auch kein Morgenmeeting aus, erzählt die 40-Jährige. Dienstags und freitags, wenn sich die Mitarbeiter um fünf vor acht Uhr zur Besprechung im Kassenbereich treffen, höre er aufmerksam zu. "Alle Mitarbeiter lieben ihn."

Django im Starnberger Hagebaumarkt

Quelle: privat/oh

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Und auch die Kunden sind von dem getigerten Kater im Baumarkt begeistert. "Er ist unsere Hauptattraktion", sagt Biller. Sie erzählt von Familien, deren Kinder ihre Eltern nur wegen des Katers in den Baumarkt nötigen, und von Stammkunden, die ihm gelegentlich ein kleines Tütchen Futter mitbringen.

Django im Starnberger Hagebaumarkt

Quelle: Florian Peljak

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Die Nachrichten, die das digitale Feedback-Tool am Ausgang der Marktleitung liefert, beziehen sich überwiegend auf den Hauskater: "Ihre Katze ist supersüß", heißt es dort zum Beispiel. Marktleiter Florian Oesterle sagt: "Der Kater ist sehr positiv behaftet, die Kunden freuen sich." Das Tier sei deshalb im Baumarkt geduldet. Vor allem, weil sich Django so gut benehme und stubenrein sei.

Django im Starnberger Hagebaumarkt

Quelle: privat/oh

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So lümmelt Django wahlweise in Kübelpflanzen herum, schnurrt Besucher in der Sonderausstellung an oder schläft in Kartons zwischen Tulpenzwiebeln. "Es gibt wahrscheinlich eine Milliarde Bilder von Django", sagt Sylvi Biller.

Django im Starnberger Hagebaumarkt

Quelle: privat/oh

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Sie selbst müsse immer wieder das Smartphone zücken, um die witzigen Arrangements mit Django im Baumarkt festzuhalten. Biller ist mit Katzen aufgewachsen, ein Tier wie Django aber sei ihr noch nie zuvor begegnet.

Django im Starnberger Hagebaumarkt

Quelle: privat/oh

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Dieser sei ein "richtig schlaues Schlitzohr", mitunter auch eine "Rampensau", in jedem Fall aber eine Persönlichkeit: Im größten Getümmel liebe er es, sich neben die Kasse zu setzen und mit sanftem Blick Ruhe und Gelassenheit auszustrahlen.

Django im Starnberger Hagebaumarkt

Quelle: privat/oh

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Beschwerden habe es noch keine gegeben, auch wenn der Kater sich nicht immer von allen anfassen lassen wolle. Zweimal aber hat sich Django abends im Baumarkt versteckt. Dann haben die Bewegungsmelder Alarm ausgelöst und die Polizei musste anrücken.

Django im Starnberger Hagebaumarkt

Quelle: privat/oh

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"Haben die Katze des Hauses verwiesen", stand dann am nächsten Morgen auf der Benachrichtigung an die Marktleitung. Dazu gab es jeweils eine Rechnung in Höhe von 125 Euro. Seither achtet das Personal noch strenger darauf, dass Django um 20 Uhr den Markt verlässt.

Django im Starnberger Hagebaumarkt

Quelle: privat/oh

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Meist tue er das freiwillig und ohne Aufforderung von alleine, wenn die Durchsage ertönt, dass das Geschäft in Kürze schließe, betont Sylvi Biller. Wo Django die Nacht verbringt, weiß sie nicht. Biller und eine Kollegin aus der Gartenabteilung füttern Django jeden Tag, "wir würden uns aber über Unterstützung freuen", sagt sie.

Django im Starnberger Hagebaumarkt

Quelle: privat/oh

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Hin und wieder bringt die eigentliche Besitzerin Petra Schramm eine Dose vorbei. Die 49-jährige Privatière erzählt, den hübschen Kater vor drei Jahren als Baby in Leutstetten erworben zu haben. Anfangs habe er sich auch sehr wohl gefühlt bei ihr, ihrem weißen Schäferhund und einer weiteren Katze im Haus.

Django im Starnberger Hagebaumarkt

Quelle: privat/oh

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"Dann wollte er nicht mehr bei uns leben, warum auch immer." Anfangs sei er noch ins Tennisstüberl oder in den Supermarkt gestreunert, eine Woche lang habe er auch schon einmal in der zwischenzeitlich aufgelösten Schön-Klinik in Kempfenhausen gelebt.

Django im Starnberger Hagebaumarkt

Quelle: privat/oh

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Letztlich habe er sich aber für den Baumarkt entschieden, "vielleicht ist er ein Bau-Freak". Dass er nicht mehr bei ihr wohne, mache sie "total traurig", wie sie betont. "Doch ich kann ihn ja nicht zwingen."

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Quelle: Arlet Ulfers

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Sie hat inzwischen eine neue zweite Katze, aus Italien. Und sie weiß sogar, wo Django nachts von Unkrautvernichtern, Gartenmöbeln und Malerbedarf träumt. Gegenüber dem Baumarkt habe er eine Familie gefunden, die ihn nachts ins Haus lässt.

© SZ.de/haeg
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