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Digitalisierung:Funksignale vom Adelberg

Standortsuche: Die Weßlinger setzen Ballone ein, um den idealen Platz für einen Mobilfunkmasten zu finden.

(Foto: Privat)

Der Gemeinderat untersucht mit Ballons Standorte und Höhen für einen Handymasten

Von Patrizia Steipe, Weßling

Die leuchtenden Luftballons, die an verschiedenen Stellen in Weßling am Himmel standen, stammten weder von einem Kindergeburtstag noch von einer Hochzeit. Der Weßlinger Gemeinderat hatte die mit Gas gefüllten Ballons an eine genau abgemessene Schnur gebunden und an den Standorten aufsteigen lassen, die bei einer Voruntersuchung für einen Mobilfunkmasten am besten geeignet schienen. So hoch wie der Luftballon nach oben gestiegen war, so hoch könnten die neuen Mobilfunkmasten werden, mit denen die Probleme mit dem Handyempfang in der Gemeinde endlich gelöst werden sollen. Bei einer rund dreistündigen Wanderung durch die Gemeinde begutachteten das Ratsgremium und der Ortsbildbeirat die optische Wirkung auf dem Adelberg bei Oberpfaffenhofen und im Stocket von allen Seiten.

Am Schluss zog die Versammlung das Fazit, dass die von Gutachter Hans Ulrich favorisierte Variante am Adelbergweg auch die optisch beste ist. Allerdings wurde der Standort tiefer in den Wald verschoben und die Höhe von 45 auf 40 Meter reduziert. "Von der einen Seite sah es sehr gut aus, von der anderen merkten wir erst: 'Holla, der Mast steht ja ganz alleine in der Landschaft'", erklärte Bürgermeister Michael Sturm.

Bei der Höhendemonstration am veränderten Standort war das Gremium zufrieden. "Für den Ortsteil Weßling gab es keine optische Veränderung, für Oberpfaffenhofen allerdings eine deutliche Verbesserung bei gleicher Funktionalität", so CSU-Gemeinderat Andreas Lechermann.

Den Standort Stocket empfand die Gruppe als weniger geeignet. Hier müsste ein weiterer Mobilfunkmast am Vereinsheim Oberpfaffenhofen errichtet werden, um eine optimale Abdeckung für den Handyempfang in der Gemeinde zu erzielen.

Über die endgültigen Mobilfunkstandorte soll in einer Sitzung voraussichtlich im Februar entschieden werden. Im Vorfeld soll es Gespräche mit dem Gutachter, mit dem Luftfahrtbundesamt und den Netzbetreibern geben sowie eine digitale Informationsveranstaltung für die Bürger, bei der diese auch Fragen stellen können. Außerdem will die Gemeinde Infoflyer erstellen und an die Bürger verteilen.

© SZ vom 19.01.2021
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