Landtagswahl Wo die Politiker wohnen

Der Stimmkreis Landsberg am Westufer des Ammersees verzeichnet die höchste Abgeordnetendichte im Landtag.

Von Armin Greune, Dießen

Die Kommunen am Westufer des Ammersees gehören bei der Landtagswahl zum Stimmkreis 120, der aus dem Landkreis Landsberg und dem Südwesten des Landkreises Fürstenfeldbruck besteht. Am Sonntag sind dort 129 000 Bürger zur Stimmabgabe aufgerufen, die zwischen zehn Direktkandidaten und 17 Listen wählen können. Vor fünf Jahren erhielt die CSU 50,4 Prozent der Gesamtstimmen, als Direktkandidat wurde der Landsberger Alexander Dorow (CSU) mit 50,3 Prozent der Stimmen gewählt. 2013 erreichten die SPD 19,1 Prozent, die Grünen 11,4 Prozent und die Freien Wähler 5,6 Prozent.

Anders als im Stimmkreis Starnberg, der im Maximilianeum nur von der Direktkandidatin Ute Eiling-Hütig (CSU) vertreten wird, zogen in Landsberg/Fürstenfeldbruck-West neben Dorow über die Landeslisten drei weitere Politiker ins Parlament ein: der Eichenauer Herbert Kränzlein (SPD), Thomas Goppel aus Eresing (CSU) und Grünen-Fraktionschef Ludwig Hartmann aus Landsberg. Der Stimmkreis hat damit die höchste Abgeordnetendichte in Oberbayern. Während Dorow und Hartmann mit hoher Wahrscheinlichkeit auch noch dem nächsten Landtag angehören werden, tritt Kränzlein nicht mehr an. Den Prognosen zufolge muss Goppel als Zwölftplatzierter auf der CSU-Oberbayernliste fürchten, sein Mandat zu verlieren. Er sitzt seit 44 Jahren im Maximilianeum und zog dort erstmals 1974 ein, vier Jahre bevor Hartmann geboren wurde.

CSU-Veteran Thomas Goppel muss um sein Mandat fürchten.

(Foto: Carmen Voxbrunner)

Obwohl Dorow auf der Liste noch elf Plätze hinter Goppel rangiert, dürfte er als aussichtsreichster Direktkandidat wieder ins Maximilianeum gewählt werden. Der 54-Jährige hat sein Abitur im Landheim Schondorf abgelegt und war bis 2012 Nachrichtensprecher beim Bayerischen Rundfunk, bis er für Georg Fahrenschon in den Landtag nachrückte. Der fünffache Familienvater gehört der CSU seit 1985 an und fungiert dort seit sieben Jahren als Landsberger Kreisvorsitzender. Dorow will bayerische Hochschulen im internationalen Wettbewerb stärken, die Konversion der Bundeswehr-Fliegerhorste Fürstenfeldbruck und Penzing begleiten sowie sich für Denkmalschutzprojekte einsetzen.

Für die SPD bewirbt sich der Gilchinger Gemeinderat Christian Winklmeier um die Erststimme im Stimmkreis 120. Der 27-Jährige hat gerade ein Studium der Politikwissenschaften und Volkswirtschaftslehre abgeschlossen. Im vergangenen Jahr kandidierte er erfolglos im neuen Wahlkreis Starnberg, Landsberg, Germering als SPD-Direktkandidat für den Bundestag. Im Landtag will sich Winklmeier vor allem für Sozialwohnungen, Gesundheitsversorgung im ländlichen Raum und einen Ausbau des Nahverkehrs einsetzen, etwa den viergleisigen Ausbau der S 4. Winklmeier hat mit SPD-Listenplatz 18 auf der Wahlkreisliste allerdings nur geringe Aussichten, in den Landtag gewählt zu werden. Wesentlich bessere Chancen hat Gabriele Triebel als Neuntplatzierte der Grünen in Oberbayern. Sie war 16 Jahre vor allem in der Kommunalpolitik aktiv und ist seit 2013 Zweite Bürgermeisterin von Kaufering. Themenschwerpunkte für die 57-jährige Diplom-Sportlehrerin sind die Bildungs- und Agrarpolitik, außerdem will sie im Landtag die Kommunen stärken.

Für die SPD tritt der Gilchinger Christian Winklmeier an.

(Foto: Arlet Ulfers)

Weiter treten an: Der 58-jährige Füstenfeldbrucker Abfallrechtsexperte, Kreis- und Stadtrat Georg Stockinger (Freie Wähler, Listenplatz 21); die 49-jährige Landsberger Umweltschutztechnikerin Ulla Schäfer (FDP, Listenplatz 24); der 41-jährige Geltendorfer Bankfachwirt, Gemeinde- und Kreisrat Robert Sedlmayr (ÖDP, Platz 10), die 51-jährige Scheuringer Hausfrau Edeltraud Schwarz (AfD, Platz 28) und die 46-jährige Fürstenfeldbrucker Industriekauffrau Mirella Heidegger (Mut-Partei, Platz 13). Außerdem bewerben sich zwei Dießener: Der 65-jährige Kartograf und Marktgemeinderat Michael Hofmann (Bayernpartei, Platz 8) sowie der 72-jährige Internet-Dienstleister Hansjoachim Sprinz (Linke, Platz 43).