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Dießen:Präzisionsarbeit am Monopteros

Die Spengler Daniel (li.) und Florian Wahl sanieren das Dach des Monopteros im Dießener Schacky-Park.

(Foto: Förderverein Schacky-Park)

Der kleine Tempel im Schacky-Park erhält ein neues Kupferdach, das den Förderkreis den letzten Euro kostet

Die Reparatur kann nicht aufgeschoben werden: Das Dach des Monopteros im Schacky-Park ist so marode, dass bereits die wertvolle Deckenbemalung im Inneren Risse aufweist. Mit Hilfe von Luftbildern und einer Drohne entdeckte der Förderkreis am nördlichen Teil des achteckigen Dachs große Roststellen. Doch es kam noch schlimmer: Beim Abnehmen der Dachhaut wurde sichtbar, dass auch der Dachstuhl schon morsche Stellen aufwies. Nach Rücksprache mit den Denkmalbehörden machten sich die örtlichen Spengler Daniel und Florian Wahl sofort an die aufwendige, weitgehend manuelle Arbeit.

Noch mindestens zwei bis drei Wochen sind Vater und Sohn auf dem Gerüst mit der Dachsanierung beschäftigt, sagt Junior Daniel Wahl. Der neue Dachstuhl ist bereits errichtet. Auf einer besandeten Dachpappe montieren die Spengler nun in ihrer Dießener Werkstatt vorprofiliertes Kupferblech mit seitlichen Kanten. Weil die Kuppel als Oktagon gebaut wurde, muss am Monopteros fast ausschließlich von Hand und mit viel Präzision gearbeitet werden, auch der Feinschnitt der zuvor grob eingemessenen Bleche erfolgt mit der Schere auf der Baustelle. Nach dem Aufglühen mit dem Autogen-Schweißbrenner werden die Kupferbahnen mit dem Hammer nachgetrieben und eingefalzt.

Der Monopteros ist zuletzt 2009 restauriert worden, weil der kleine Tempel im Zentrum des Parks vom Einsturz bedroht war. Damals wirkte das äußere Dach noch stabil, sagt Christine Reichert, Vorsitzende des Förderkreises. Doch wie sich Anfang September herausstellte, war dies ein Trugschluss. Offenbar sei das historische Kupferdach schon vor rund 50 Jahren abgetragen worden - und als Ersatz wurde die sparsamste Lösung, eine Eindeckung mit verzinktem Stahlblech, gewählt. Auf eine Hinterlüftung verzichtete man seinerzeit, was zur Folge hatte, dass auch die Balken angegriffen wurden.

Derartigen Pfusch am Bau wollte der Förderkreis nicht wiederholen. Deshalb hat man sich für eine Komplettsanierung entschieden und eine Eindeckung mit Kirchenkupfer gewählt, die dem Originalzustand beim Bau 1905 entspricht. Über die Jahre wird das zunächst rotgolden glänzende Oktagon dann die typische grüne Patina annehmen. Bei aller Vorfreude muss der Förderkreis aber auch eine bittere Pille schlucken: "Diese Investition von 30 000 Euro wird unsere gesamten Rücklagen auffressen", sagt Reichert.