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Dießen:Millionenschaden nach Brandserie

Eine Scheune bei Dießen ist niedergebrannt, aber das Feuer wird nicht mehr der Serie zugerechnet.

(Foto: Feuerwehr Dießen)

Staatsanwaltschaft erhebt Anklage gegen zwei mutmaßliche Täter

Von Christian Deussing, Dießen

Wegen gemeinschaftlicher Brandstiftung in neun Fällen hat die Staatsanwaltschaft Augsburg nun Anklage gegen zwei Männer erhoben. Die Brandserie hatte im Dezember vorigen Jahres begonnen und endete einen Monat später am 17. Januar mit der Festnahme von zwei Tatverdächtigen, die nach dem Brand einer Holzlagerhalle im Lechrain in der Nacht von Fahndern verfolgt worden sind. Die beiden Freunde - ein 24-jähriger Soldat und ein 26-jähriger Ex-Soldat - sollen den Ermittlungen zufolge Scheunen, Heuballen, Holzstapel, Mülltonnen und Müllcontainer angezündet und dabei einen Schaden von einer Million Euro verursacht haben. Nach Angaben der Kripo Fürstenfeldbruck, die eine zehnköpfige Ermittlungsgruppe "Feldscheune" gebildet hatte, hätten die mutmaßlichen Täter vor allem zwischen dem Ammersee und Landsberg nachts zugeschlagen und in ersten Vernehmungen einige Taten gestanden - allerdings kein Motiv angegeben, so die Kripo.

Am 12. Dezember war auch eine Scheune bei Dießen in Flammen aufgegangen, wurde allerdings später nicht der Brandserie zugerechnet. Zu den meisten Einsätzen musste auch die Dießener Feuerwehr ausrücken, zum Beispiel nach Rott: Dort brannte am 14. Dezember die Scheune eines Landwirts nieder, in der 40 Oldtimer-Traktoren untergebracht waren. 13 Hanomag-Schlepper wurden zerstört, der Gesamtschaden betrug laut Polizei allein in diesem Fall etwa 200 000 Euro. Bei Überprüfung der weiteren Brandorten fiel den Ermittlern auf, dass die Tatorte zwar außerhalb von Ortschaften liegen, aber nicht weit von Kreis- oder Staatsstraßen entfernt sind. Bei den Bauern in der Region begann damals die Zeit der Angst vor den unbekannten Brandstiftern.

Es sei eine schwere Zeit mit vielen Alarmierungen gewesen, erinnert sich der Dießener Feuerwehrkommandant Florian König. "Denn wir wurden immer zur Unterstützung gerufen, hatten aber oft auch noch andere Einsätze zu bewältigen", berichtet der Feuerwehrchef. Auch er ist froh, dass die beiden mutmaßlichen Täter im Januar gefasst wurden und die unheimliche Brandserie danach abriss. Laut Staatsanwaltschaft drohen den beschuldigten Männern, die sich derzeit in U-Haft befinden, wegen ihrer Taten langjährige Freiheitsstrafen. Ein Prozesstermin steht noch nicht fest.

© SZ vom 28.08.2020

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