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Dießen:Marianne Scharr kandidiert

Marianne Scharr braucht noch Unterschriften, um als Kandidatin antreten zu können.

(Foto: Privat)

Nun ist auch Marianne Scharr auf dem besten Weg, sich zu den übrigen sechs Bewerbern um das Dießener Bürgermeisteramt zu gesellen. Das letzte Hindernis für die parteilose Kandidatin ohne Gemeinderatsliste soll gerade bewältigt werden: Nachdem Scharrs Unterstützerverein "Gemeinsam für Dießen" gegründet wurde, muss sie noch die Unterschriften von 180 Dießener Bürgern erhalten, die ihre Kandidatur befürworten. Die Listen liegen derzeit im Dießener Rathaus zu den Geschäftszeiten und temporär in den Wahllokalen der Ortsteile aus. Bis zum 3. Februar um zwölf Uhr mittags müssen sich die Unterstützer eintragen. Mehr als die Hälfte der nötigen Unterschriften seien bereits zusammengekommen, sagt Scharr.

Bei der Gründung des Unterstützerverein standen auch ihre Angehörigen Pate: Sohn Christian übernahm den Vorsitz, auch Ehemann Thomas ist Mitglied. "Meine Familie unterstützt mich prächtig", sagt Marianne Scharr, die einstimmig von allen 15 Wahlberechtigten des Vereins nominiert wurde. Ihre Lebenserfahrung sieht sie auch als Qualifikation fürs Bürgermeisteramt: Obwohl sie als vierfache Mutter und Mithelfende im Dettenschwanger Milchviehbetrieb daheim eingespannt war, absolvierte sie nebenher eine Lehre, die sie als Meisterin der ländlichen Hauswirtschaft abschloss. Außerdem sammelte sie berufliche Erfahrungen als Arzthelferin und ist inzwischen freie Dozentin bei der Andreas Hermes Akademie im Bildungswerk der Deutschen Landwirtschaft. "Ich bin wohl die belastbarste von allen Kandidaten", sagt Scharr.

Die heute 53-Jährige wurde 2008 auf der Liste des "Offenen Kreises" von Franz Sanktjohanser in den Gemeinderat gewählt. 2014 zog sie erneut ins Gremium ein, nachdem sie auf der Liste der Dießener Bürger die zweitmeisten Stimmen erhalten hatte. Als Breitband-Referentin des Gemeinderats setzt sie sich dafür ein, dass Glasfaseranschlüsse zu jedem Haus verlegt werden.

Sollte sie Dießener Bürgermeisterin werden, will sie die Vernetzung von örtlichen Gastwirten, Bauern, Handwerk und Einzelhandel fördern. Die Verkehrsprobleme in Dießens Zentrum führt sie auf die Konzentration der Geschäfte und Praxen an Herren-, Mühl-, Johannis- und Prinz-Ludwig-Straße zurück. Eine Entzerrung wäre wünschenswert: "Wir müssen auch in den Ortsteilen lebendige Kerne erhalten, damit sie nicht zu Schlafdörfern werden," sagt Scharr. Die Schaffung von günstigem Wohnraum für weniger betuchte Bürger sei ihr auch ein Anliegen. Allerdings müsse man der Nachverdichtung Grenzen setzen: "Wir können nicht alles zubauen, sonst verlieren wir die Luft zum Leben." Sie könne nicht für alle Probleme der Gemeinde fertige Konzepte anbieten, doch es sei wichtig, die Zielvorgaben im Augen zu behalten, meint Scharr.

© SZ vom 20.01.2020
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