Dießen/Hohenpeißenberg:Windböe mit Tempo 115

Temperaturen steigen binnen weniger Stunden um zwölf Grad

Von Armin Greune, Dießen/Hohenpeißenberg

In der Nacht zum Montag und am darauf folgenden Vormittag könnte im Fünfseenland so manchem Thermometer schwindelig geworden sein. Innerhalb von nur drei Stunden stieg die Temperatur in der Wetterstation der Gemeinde am Dießener Marktplatz um fast zwölf Grad: Um 4.35 Uhr wurde ein Maximum von 15,2 Grad erreicht - ein Wert, der selbst im Hochsommer für diese frühe Stunde Seltenheitswert hat. Um 1.10 Uhr waren dort lediglich 3,7 Grad gemessen worden. Im Verlauf des Vormittags schlug das Wetter erneut Kapriolen. Von 14,5 Grad um 9.30 Uhr sank die Temperatur bis zum Mittag wieder auf sieben Grad ab. Dazwischen wehte es kräftig: In Dießen wurden nachts und vormittags meist Windgeschwindigkeiten zwischen 40 und 60 Stundenkilometern registriert, kurz vor zehn Uhr erreichte eine Sturmböe sogar Tempo 115.

Weiter nordöstlich waren die Wetterextreme zwar auch deutlich zu spüren, fielen aber nicht ganz so heftig aus. So verzeichnete die Messstation des Landesamts für Landwirtschaft in Rothenfeld bei Andechs bereits um Mitternacht zehn Grad, nach einem Maximum von 14 Grad um vier Uhr fiel die Temperatur bis 13 Uhr auf unter sechs Grad ab. Ein ähnlicher Verlauf zeigt sich in der agrarmeteorologischen Station Gut Hüll, wo die Messwerte im Mittel um ein Grad höher lagen. Schon im Laufe des Sonntags war das Thermometer in Rothenfeld von minus drei auf 13 Grad geklettert.

Das stundenweise extrem warme Wetter am Montag passt zur Bilanz, die das meteorologische Observatorium Hohenpeißenberg für den Januar 2020 gezogen hat. Demnach lag die Monatsmitteltemperatur von 2,7 Grad um 4,3 Grad über dem langjährigen Durchschnittswert, es war der fünftwärmste Januar seit Bestehen der Messreihe 1781. Drei davon waren lediglich um 0,1 Grad wärmer, doch die höchste Januartemperatur wurde mit 5,6 Grad im Ausnahmewinter 1796 erreicht - ein statistischer Ausreißer, der selbst in Zeiten der rapiden Klimaerwärmung noch Bestand hat. Der Januar 2020 war bereits der achte Monat in Folge, der im Alpenvorland wärmer ausfiel, als die langjährige Statistik erwarten ließ. Auf dem Hohen Peißenberg fielen 35,5 Liter pro Quadratmeter Niederschlag, was 58 Prozent des langjährigen Mittels entspricht. Dafür schien die Sonne um 56 Prozent länger als normal und das beinahe täglich: Nur am 4. Januar ließ sie sich gar nicht blicken.

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