
Der Dießener Zinngießermeister, Hobbyhistoriker und Kommunalpolitiker Gunnar Schweizer senior ist tot. Wie erst jetzt bekannt wurde, starb er bereits am 15. November im Alter von 80 Jahren nach einer Operation im Krankenhaus. Dieser war eine lange, schwere Krankheit vorangegangen. Seit er 2016 einen Schlaganfall erlitten hatte, war Gunnar Schweizer pflegebedürftig, seine Frau Karin führte Laden und Werkstatt der Manufaktur Babette Schweizer in der Herrenstraße: eine der beiden im Ort verbliebenen Zinngießereien mit mehr als 200 Jahre alter Tradition.
Schweizer galt als wacher, streitbarer Geist
Mit Gunnar Schweizer verliert Dießen auch ein Original und einen wachen, streitbaren Geist, der sich Kommunalpolitik und Ortsgeschichte widmete. Schweizer war Direktkandidat bei Bundes- und Landtagswahlen sowie Generalsekretär der Bayernpartei, die in Dießen vor 20 Jahren noch rund 60 Mitglieder zählte. 2007 betreute er auch den BP-Kreisverband Starnberg. Die frühe Kindheit verbrachte der Sohn des Sprachforschers Bruno Schweizer und der Isländerin Thorbjörg Jonsdottir in Island.
1949 kam er ohne deutsche Sprachkenntnisse zur Einschulung nach Dießen. Gunnar Schweizer lebte später zeitweise auch in Irland. In Dießen engagierte er sich in der lokalen Agenda 21, zeitweise führte er auch in der Zinngießerei das Tourismusbüro der Gemeinde. Er hinterlässt seine frühere Frau Ilse und seine Witwe Karin, vier Kinder und drei Enkel. Sein Sohn Gunnar junior musste Anfang diesen Jahres den Zinnfigurenladen der Familie in der Münchner Innenstadt nach 41 Jahren schließen.
