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Dießen:Gemeinde bezahlt Büchereileitung

Kommune trägt die Personalkosten der kirchlichen Bildungseinrichtung

Von Armin Greune, Dießen

Die Marktgemeinde übernimmt künftig auch die Personalkosten für die von der örtlichen Kirchenstiftung betriebene Albert Teuto Bücherei. Die einzige öffentliche Bibliothek in Dießen war bislang ausschließlich ehrenamtlich betreut worden. Als die bisherige Leiterin Claudia Riske ankündigte, den Wohnort zu wechseln und die Aufgabe künftig nicht mehr erfüllen zu können, sprach Pfarrer Josef Kirchensteiner bei der politischen Gemeinde vor: Weil sich für die Nachfolge keine unbezahlte Kraft finden ließe, beantragte er einen monatlichen Zuschuss von 1800 Euro, um damit eine Stelle mit 25 Wochenstunden zu finanzieren.

Der Marktgemeinderat sprach sich am Montagabend einstimmig dafür aus, sogar die gesamten Personalkosten von jährlich 34000 Euro zu übernehmen - vorerst befristet auf drei Jahre. Zuvor hatte allerdings Hannelore Baur (SPD) kritisiert, dass keine Einnahmen-Überschuss-Rechnung der Bücherei vorliege und die Gemeinde lediglich an den Kosten teilhabe. Gabriele Übler (Grüne) fragte, ob der Markt bei der Stellenbesetzung beteiligt werde. Dießens Geschäftsführer Karl-Heinz Springer antwortete, dass dies gar nicht wünschenswert sei, weil der Pfarrstiftung schon eine geeignete Bewerbung vorläge. Die Kommune übernehme zwar die Personalkosten für die Bücherei - ebenso wie schon seit Längerem die Miet- und Reinigungskosten in Höhe von 17 700 Euro pro Jahr -, sei aber nicht der Arbeitgeber für die Einrichtung. Genauso verfahre man mit der örtlichen Arbeiterwohlfahrt, der man die Position für die Asylsozialberatung finanziere.

Bereits im Finanzausschuss hatte Bürgermeisterin Sandra Perzul erklärt, dass die Bücherei ohne öffentliche Förderung vor dem Aus stehe, weil der Pfarrstiftung kein Budget für das Personal zur Verfügung stehe. Die Albert Teuto Bücherei war vor dem Lockdown an elf Stunden pro Woche geöffnet. Künftig soll das Angebot mit Workshops, Lesungen, Vorträgen und einer Langen Nacht erweitert werden, sagte Perzul.

© SZ vom 24.02.2021
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