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Dießen/Fischen:Neues Domizil im Valentin-Hof

SOS-Kinderdorffamilie zieht von Dießen nach Fischen

Das SOS-Kinderdorf Ammersee-Lech - das älteste seiner Art in Deutschland - weitet den Betrieb auf das Ostufer des Ammersees aus: Seit kurzem ist eine Familie aus Dießen in den "Kinderhof Valentin" in Vorderfischen eingezogen. Das Anwesen diente seit 2004 zur Erholung von krebskranken Mädchen und Buben aus der Tschernobyl-Region: Jährlich verbrachten dort sieben Gruppen mit acht Kindern dreiwöchige Genesungsferien. Die Ursula- und Klaus-Schrader-Stiftung will sich dieser Aufgabe künftig in Tirol widmen. Bevor das Stifterpaar den Bauernhof in Fischen erwarb und umbauen ließ, mietete es für die ukrainischen und weißrussischen Kinder in den Sommerferien ein zur Urlaubszeit frei stehendes Haus im Dießener SOS-Kinderdorf. Nun hat das Dorf den "Valentin"-Hof übernommen.

Für Kinderdorfmutter Jacqueline Linßer, ihren Partner Ronny Niesner und die sechs Kinder im Alter von sechs bis 14 Jahren gestaltete sich der Umzug nicht ganz einfach: Ihre Hauswirtschafterin und Erzieherin konnten nicht in Fischen weiter arbeiten, weil sie keine Autos hatten. Man behalf sich mit Praktikanten und dem Bundesfreiwilligendienst, inzwischen sind drei neue Helferinnen gefunden worden. Außerdem vermissen die älteren Kinder die vielseitigen Einkaufsmöglichkeiten in Dießen - doch in Fischen steht ja noch in diesem Monat die Eröffnung eines neuen Rewe-Markts an. Sehnsüchtig wartet die Familie noch auf einen Kleinbus für Ausflugsfahrten, zumal die drei Mädchen und drei Buben weiter an Veranstaltungen in Dießen wie dem Lauftreff teilnehmen.

Von diesen kleinen Hindernissen abgesehen, ist die Familie über ihr neues Heim vollauf begeistert. Die "Eltern" hatten sich sofort in das Haus mit geräumigem Wohnzimmer und großem Garten verliebt, die Kinder haben nun alle eigene Zimmer und genießen mehr Platz zum Spielen. Und Fischen habe die Neuankömmlinge sehr freundlich aufgenommen, wie das SOS-Kinderdorf mitteilt. Vom Umzug profitiert haben auch zehn jugendliche Flüchtlinge, die nun im frei gewordenen Haus in Dießen betreut werden. Mit den elf Familienhäusern dort ist man schon länger an der Grenze der Kapazität angelangt - mittelfristig ist eine Erweiterung des Dorfs um sechs zusätzliche Häuser geplant.

© SZ vom 20.11.2015 / arm
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