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Dießen:Denkmalschutz soll Häuschen retten

Dießen, Weilheimer Straße 3.

Das Häuschen aus der Gründerzeit prägt Dießens Ortsbild an der Weilheimer Straße mit. Offenbar wird schon an Fassade und Fenstern gearbeitet.

(Foto: Georgine Treybal)

Bauausschuss lehnt "Verschandelung" durch Anbauten oder Abriss mit Neubau an der Weilheimer Straße ab

DießenDas malerische Gebäude an der Hauptdurchgangsstraße ist den meisten Dießenern noch als Arzthaus bekannt. Um das Jahr 1900 entstanden und mit für die Gründerzeit typischem Mansarddach und von Holzschindeln gedecktem Zwerchgiebel ausgestattet, weist es nur eine Grundfläche von 60 Quadratmetern auf. Und doch bot das Häuschen an der Weilheimer Straße 3 neben der Praxis mit drei kleinen Räumen noch zwei Wohnungen im Dachgeschoss und Souterrain Platz. Den neuen Eigentümern ist es jedoch zu klein: Sie haben beim Gemeinderat beantragt, es entweder durch zwei Anbauten um insgesamt 75 Quadratmeter zu erweitern - oder das Haus abreißen zu lassen, um stattdessen einen 150 Quadratmeter großen Neubau mit elf Meter Firsthöhe auf dem 550 Quadratmeter großen Grundstück zu errichten.

"Diese Variante sei jedoch seitens der Bauherren, noch seitens des Architekten gewünscht", weil so ein weiteres altes Gebäude aus dem Ortsbild verschwinden würde, heißt es in der Bauvoranfrage, die in der Sitzung des Bauausschusses am Montagabend behandelt wurde. Allerdings hatte das Dießener Bauamt festgestellt, dass insbesondere der geplante zweigeschossige Anbau an der Nordseite wegen Überschreitung der Baugrenzen nicht genehmigt werden könne. Die eingeschossige Erweiterung nach Süden mit Flachdach könne hingegen toleriert werden, weil dort bereits ein Wintergarten angebaut wurde.

Der Bauausschuss war mit keiner Alternative einverstanden. "Man droht uns mit dem Abriss, wenn man's nicht verschandeln darf", fasste etwa Michael Hofmann (Bayernpartei) zusammen. Der Bauausschuss beschloss deshalb einstimmig, überprüfen zu lassen, ob das Haus die Kriterien als Baudenkmal erfüllt. Bürgermeister Herbert Kirsch (DB) ergänzte, die Baugrenzen seien schließlich beim Kauf bekannt gewesen. Das um das Jahr 1995 zuletzt renovierte Häuschen war im Mai 2018 zur Zwangsversteigerung ausgeschrieben und ist von zwei Münchner Geschäftsleuten erworben worden.