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Ammersee:Parkgebühren an Badestellen

Dießen: St. Alban Strandbad

Wenn im April das Badegelände St. Alban wieder seine Tore öffnet, wird zwar kein Eintrittsgeld verlangt, aber Autofahrer müssen fürs Parken zahlen.

(Foto: Nila Thiel)

Dießen wird in St. Alban und Riederau abkassieren. Wohnmobilbesitzer müssen künftig tiefer in die Tasche greifen.

Von Armin Greune

Vom 1. April an erhebt die Marktgemeinde für die Stellplätze im Umfeld der offenen Badestellen St. Alban und Riederau Parkgebühren. So sollen die mit der Umwandlung der vormaligen Strandbäder entfallenen Eintrittsgebühren kompensiert werden. Auf jeweils zwei Parkflächen in St. Alban und Riederau sowie auf dem Streifen entlang des Seewegs Süd werden künftig von 9 bis 18 Uhr Gebühren fällig, nur die erste Stunde ist frei. Jede weitere Stunde kostet einen Euro, ein Tagesticket fünf Euro. Außerdem gibt die Gemeinde auf ein Auto ausgestellte Jahreskarten zu 35 Euro aus, die auch über eine App im Rathaus zu buchen sind. Sie können zudem wie die Parkscheine und Handytickets für Einzelbesuche an Automaten gelöst werden, die demnächst aufgestellt werden sollen. Im Rathaus ist man zuversichtlich, dass die Geräte bis zum Saisonstart am 1. April montiert sind.

In der jüngsten Gemeinderatsitzung einigte sich das Gremium jetzt darauf, nur Schwerbehinderte mit Ausnahmegenehmigungen von den Gebühren zu befreien. Die Möglichkeit, zudem Elektrofahrzeuge gratis parken zu lassen, lehnte der Gemeinderat unisono ab: Man befürchtete, dass so Dauerstellplätze für E-Mobile geschaffen werden. Patrick Beausencourt (SPD) argwöhnte, dass auch Inhaber von Dauerkarten ihre Autos das ganze Jahr über durchgehend auf den Parkflächen abstellen könnten. Florian Zarbo (FW) hielt dieses Risiko für überschaubar: "Dauerparker gibt es dort ja jetzt auch nicht, obwohl es noch frei wäre." Auf seine Anregung hin beschloss der Gemeinderat bei drei Gegenstimmen, die Dauerkarten für das gesamte Kalenderjahr auszustellen - und nicht nur für die Saison von April bis September, wie im Entwurf der Verordnung vorgesehen war.

Ein separates Thema waren erneut die 15 Abstellplätze für Wohnmobile an der Windermerestraße. Vor vier Monaten hatte Michael Hofmann (BP) beantragt, das Camper-Areal zu erweitern, was der Gemeinderat nach langer Debatte zurückwies. Nun lag ein Antrag der Grünen vor, die Gebühren von 8 auf 12 Euro pro Tag anzuheben. Erwartungsgemäß leistete Wohnmobilfahrer Hofmann heftige Gegenwehr: Der Vorschlag sei "dogmatisch, ideologisch und ein unglaublicher Schlag gegen den Tourismus". Schützenhilfe erhielt er von Thomas Höring (FW), der es als "falsches Signal" sah, Gebühren zu erhöhen ohne gleichzeitig die Wasser- und Abwasser-Einrichtungen zu modernisieren. Bürgermeisterin Sandra Perzul erläuterte, dass dies erst im Zuge der Sanierung aller Parkplätze im Norden des Bahnhofs realisiert werden soll - die sich wegen der Altlasten im Boden verzögert. Letztlich entschied man mit 14 zu zehn Stimmen, die seit 2012 unverändert erhobenen Gebühren um 50 Prozent zu erhöhen.

© SZ vom 25.02.2021
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