Ammersee-Gymnasium DießenDas 28 Millionen-Euro-Ding

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Die geplante Erweiterung des Ammersee-Gymnasiums in Dießen - hier in einer Simulation - wird deutlich teurer als der damalige Neubau. Geht alles nach Plan, sind die neuen Gebäude im Jahr 2025 fertiggestellt.
Die geplante Erweiterung des Ammersee-Gymnasiums in Dießen - hier in einer Simulation - wird deutlich teurer als der damalige Neubau. Geht alles nach Plan, sind die neuen Gebäude im Jahr 2025 fertiggestellt. pbr AG

Der Landkreis Landsberg plant eine Erweiterung des Dießener Ammersee-Gymnasiums. Die Kosten übertreffen sogar die Summe für den 2006 fertiggestellten Neubau.

Von Armin Greune, Dießen

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Das Dießener Ammersee-Gymnasium wird ausgebaut und um einen weiteren Trakt an Klassenzimmern und eine zusätzliche Sporthalle erweitert. Vom Jahr 2025 an sollen eine neunte Jahrgangstufe und die offene Ganztagsbetreuung untergebracht werden, die derzeit provisorisch in Container ausgelagert ist. Zudem sind auch einige "Umstrukturierungen im Bestand" erforderlich. Konkret gemeint sind Fachräume, Lehrerbereich, Verwaltung und Mensa der Schule. Und schließlich muss auch ein Großteil der Freiflächen neu gestaltet werden. Soviel ist schon jetzt klar: Das Ganze wird nicht billig. Der gesamte finanzielle Aufwand beläuft sich laut Kostenberechnung der Planer vom Münchener Architekturbüro pbr auf mehr als 28 Millionen Euro, rund die Hälfte der Summe entfällt auf die beiden neuen Gebäude. Zudem muss der Landkreis Landsberg als Bauherr noch mit Pachtzahlungen für Ausgleichs- und Versickerungsflächen rechnen.

Damit übertreffen die Kosten der Erweiterung die Gesamtsumme des 2006 eingeweihten Neubaus des Ammersee-Gymnasiums um fast ein Drittel. Das an einer Längsachse in Ost-West-Richtung aufgereihte, dreiflügelige Ensemble mit angehängter Sporthalle und Aula weist eine Bruttogeschossfläche von 11 500 Quadratmetern auf und war vor mehr als 15 Jahren 21,6 Millionen Euro teuer. Aufgrund der Lage in Seenähe und der hochwertigen Architektur schrieb die Deutsche Presse-Agentur (dpa) zwar vom "Luxus-Gymnasium". Dennoch entdeckte man bald auch gravierende Baumängel, die erst nach längerem Rechtsstreit im Jahr 2019 repariert werden konnten.

Freuten sich im Jahr 2019 über den Abschluss der Fassadensanierung des Ammersee-Gymnasiums (v.li.): Landrat Thomas Eichinger, Schulleiter Alfred Lippl, Elternbeiratsvorsitzender Albrecht Proebst, Projektleiter Ingo Kraft, Bauleiter Rudolf Prex und Fachplaner Daniel Heger.
Freuten sich im Jahr 2019 über den Abschluss der Fassadensanierung des Ammersee-Gymnasiums (v.li.): Landrat Thomas Eichinger, Schulleiter Alfred Lippl, Elternbeiratsvorsitzender Albrecht Proebst, Projektleiter Ingo Kraft, Bauleiter Rudolf Prex und Fachplaner Daniel Heger. Arlet Ulfers/Starnberger SZ

Die Schule war seinerzeit als vierzügiges G8-Gymnasium konzipiert worden. Die Wiedereinführung der neunten Jahrgangsstufe und die verstärkte Nachfrage nach Nachmittagsbetreuung stellen den Unterrichtsbetrieb aber zunehmend vor räumliche Probleme. Die nun vorgesehenen Erweiterungsbauten umfassen eine Bruttogeschossfläche von knapp 3500 und eine Nutzfläche von 1600 Quadratmetern. Im Bestand sollen 1200 Quadratmeter umgebaut werden, nördlich der Schulgebäude werden die Außenanlagen überplant und umgestaltet. Der neue, etwa 80 Meter lange und 20 Meter breite Baukörper soll im Norden der bestehenden Unterrichtsräume errichtet werden und an den beiden äußeren der drei Flügel andocken. Das zweigeschossige Gebäude wird 7,50 Meter hoch. Die zusätzliche Einfeldsporthalle wird an der Nordseite der bestehenden Zweifachhalle angebaut; dieser Trakt reicht dann bis zum Rasensportplatz. Der Hartplatz muss deshalb nach Norden verlagert werden.

Der Kreisausschuss hat die Planungen befürwortet, über die Höhe der Förderung vom Freistaat ist noch nichts bekannt

Beide Neubauten sind Hybrid-Konstruktionen mit tragenden Elementen aus Stahlbeton, die Außen- und Innenwände werden im Holzbau gefertigt. Sie erhalten begrünte Flachdächer, die mit Fotovoltaik-Modulen bestückt werden. Das Vorhaben erfüllt den Gebäudestandard KfW 40: Der Primärenergiebedarf liegt also bei 40 Prozent gegenüber einer herkömmlichen Bauweise. Zur Wärmeversorgung wird eine Erdwärmepumpe eingesetzt, denn die installierte Hackschnitzel-Anlage der bestehenden Schule reicht zum Heizen der Erweiterungsbauten nicht mehr aus. Die auf den Bestandsgebäuden installierte Fotovoltaik ist verpachtet und kann nicht zur Versorgung des Gymnasiums verwendet werden. Daher ist auf den Neubauten eine Solarstromanlage mit 137 Kilowatt Peak Leistung vorgesehen.

Der Kreisausschuss Landsberg hat die Planung in seiner jüngsten Sitzung einstimmig befürwortet - auch wenn noch nicht bekannt ist, in welcher Höhe Förderungen vom Freistaat zu erwarten sind. Der Zeitplan sieht vor, dass von Oktober 2023 an die Umstrukturierungen im Bestand vorgenommen werden sollen. Wenn dies abgeschlossen ist, könnte im Februar 2024 mit dem Neubau von Sporthalle und Klassentrakt begonnen werden. Die Fertigstellung ist für August 2025 anvisiert.

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