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Coronavirus in Gauting:Vier Webasto-Mitarbeiter aus Klinik entlassen

Stockdorf: Webasto Rückkehr nach Coronavirus

Wann die aus der Klinik entlassenen Mitarbeiter wieder von der Zentrale in Stockdorf aus arbeiten, wird laut Unternehmen individuell abgestimmt.

(Foto: Nila Thiel)

Die ersten Patienten können an ihren Arbeitsplatz beim Autozulieferer in Stockdorf zurückkehren. Unter Quarantäne stehen nur noch zwei Personen im Landkreis.

Keine neuen Mitarbeiter, die sich mit dem Coronavirus angesteckt haben, stattdessen vier infizierte Mitarbeiter, die die Klinik nach mehr als zwei Wochen wieder gesund verlassen konnten: Die Erleichterung beim Autozulieferer Webasto in Stockdorf ist groß. Ob die Rückkehrer - der erste wurde am vergangenen Mittwoch entlassen, drei weitere am Wochenende - an diesem Montag bereits wieder gearbeitet haben, ließ der Konzern offen. Die Wiederaufnahme der Arbeitstätigkeit und die Rückkehr an den Arbeitsplatz würde individuell mit den Mitarbeitern abgestimmt, sagte eine Sprecherin.

Man bemühe sich um die jeweils "bestmögliche Lösung" und sei mit allen in Kontakt. Neben den drei Webasto-Mitarbeitern, die für mindest zwei Wochen in der Münchner Klinik isoliert waren, ist am Wochenende auch ein 38 Jahre alter Mitarbeiter aus Siegsdorf im Landkreis Traunstein mitsamt seiner Familie aus dem Krankenhaus entlassen worden. Er hatte seine Frau sowie zwei seiner drei Kinder angesteckt. "Allen Familienmitgliedern geht es gesundheitlich bereits seit einigen Tagen gut, sie sind allerdings - insbesondere die Kinder - durch die Quarantänesituation psychisch stark belastet gewesen," heißt es in einer Mitteilung der Klinik. Somit sind insgesamt sieben der 14 Coronavirus-Patienten in Bayern drei Wochen nach Bekanntwerden des ersten Falles wieder zu Hause und können "ohne Kontaktsperre in den Alltag zurückkehren", wie Clemens Wendtner, Chefarzt der Klinik für Infektiologie in der Schwabinger Klinik sagte. Auf der Isolierstation behandelt er nun noch sechs Patienten, davon fünf Webasto-Mitarbeiter sowie die Ehefrau eines solchen. Ein weiterer Angehöriger eines Mitarbeiters, dessen Test kurz vor Ablauf der zweiwöchigen häuslichen Isolation am vergangenen Dienstag positiv war, wird in einem anderen Krankenhaus behandelt, das die Behörden aus Gründen des Persönlichkeitsschutzes nicht bekannt geben.

Alle Patienten seien weitestgehend symptomfrei, teilte die Münchner Klinik am Montag mit. Jener Patient, bei dem eine Entzündung der Atemwege diagnostiziert wurde, entwickle sich positiv. Gerade bei den früh diagnostizierten Patienten sei man hinsichtlich einer zeitnahen Entlassung optimistisch, so Wendtner.

Um aus dem Krankenhaus entlassen zu werden, müssen die Patienten deutschlandweit gültige Kriterien erfüllen, die das Robert-Koch-Institut des Bundes formuliert hat. Demnach muss das erste Auftreten von Krankheitssymptomen mindestens zehn Tage zurückliegen, der Patient muss mindestens zwei Tage fieberfrei und mindestens 24 Stunden frei von Krankheitssymptomen sein. Vor allem aber müssen innerhalb von 24 Stunden mindestens zwei Tests auf den Erreger negativ sein. Am vergangenen Mittwoch noch meldete die Münchner Klinik, dass "größtenteils weiterhin Erreger bei den Patienten nachgewiesen" werden.

Etwa 230 Menschen in Bayern mussten sich als enge Kontaktpersonen der Infizierten in den vergangenen Wochen in ihren Wohnungen isolieren und den Kontakt zu anderen Menschen meiden. Am Montag standen laut Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) nurmehr etwa 60 Personen unter Quarantäne, darunter zwei aus dem Landkreis Starnberg, wie die Kreisbehörde mitteilte. Deren häusliche Isolation ende Mitte nächster Woche.

© SZ vom 18.02.2020

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