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Corona im Landkreis:Zehnter Toter in Herrschinger Krankenhaus

Am Wochenende stirbt erneut ein Covid-19-Patient in der Schindlbeck-Klinik.

In der Herrschinger Schindlbeck-Klinik ist am Wochenende abermals ein Covid-19-Patient gestorben. Der Mann sei seit zwei bis drei Wochen beatmet worden, sagte Stefan Berger, Sprecher der Starnberger Kliniken, am Sonntag. Damit steigt die Zahl der Corona-Toten in dem Krankenhaus auf zehn. Berger zufolge gab es unter den Mitarbeitern der Klinik keine Neuinfektion am Wochenende, bis dato haben sich 46 mit dem Virus angesteckt. Auf der Isolierstation befänden sich derzeit zwölf Covid-19-Patienten, vier seien seit vergangenem Freitag entlassen worden, erklärte Berger.

Im Seefelder Seniorenstift Pilsensee bleibt die Lage kritisch. In der Anlage haben sich am Samstag erneut sieben Bewohner mit dem Coronavirus Sars-CoV-2 angesteckt. Seit dem 13. Dezember sind die Fallzahlen in dem Heim massiv angestiegen, insgesamt haben sich nun laut Landratsamtssprecherin Barbara Beck 29 Bewohner und 14 Mitarbeiter infiziert. Auch in weiteren drei Pflegeeinrichtungen kam es am Wochenende zu Neuansteckungen: Aus dem BRK-Heim in Garatshausen und aus Maria Eich in Krailling wurden jeweils zwei neue Fälle gemeldet, aus dem Rummelsberger Stift in Pöcking drei. Erstmals steckte sich ein Bewohner der Gemeinschaftsunterkunft Pöcking mit dem Coronavirus an. Die Einrichtung stehe mithin bis 1. Januar unter Quarantäne, sagte Beck. Ihren Angaben zufolge ist außerdem ein Schüler der 5e am Gilchinger Gymnasium positiv getestet worden, er und seine ebenfalls infizierte Familie müssten sich bis zum 24. Dezember in Isolierung begeben. Nun werde ermittelt, mit welchen Personen sie Kontakt hatten.

Insgesamt registrierte die Kreisbehörde am Samstag 31 und am Sonntag 28 Neuinfektionen im Landkreis. Die meisten betroffenen Menschen kommen aus Herrsching, Seefeld, Starnberg und Tutzing. Die 7-Tages-Inzidenz, die die gemeldeten Fälle pro 100 000 Einwohnern abbildet, sank von 183,92 am Samstag auf nunmehr 167,60. Allerdings hat der Rückgang vorwiegend damit zu tun, dass am Wochenende weniger getestet wird.

Wie der Starnberger Kreisverband des Bayerischen Roten Kreuzes (BRK) am Sonntag mitteilte, suche er dringend Mitarbeiter für das Impfzentrum des Landkreises in Gauting. Das BRK habe den Zuschlag für den Betrieb kurzfristig erhalten, heißt es in der Erklärung. Und auch wenn der Verband mit etwa 850 haupt- und 1000 ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern über ein großes Netzwerk verfügte, brauche er weitere medizinische- und Verwaltungsfachkräfte.

Sobald der erste Impfstoff ausgeliefert ist, voraussichtlich kurz nach Weihnachten, soll in Gauting die Arbeit beginnen. Das BRK rechnet zunächst mit einem Betrieb bis Ende Juni 2021. Für die neue Einrichtung benötigt es etwa 50 Mitarbeiter. Neben Ärzten werden examinierte Gesundheits- und Krankenpfleger, Rettungssanitäter und -assistenten gesucht (Bewerbungen: Hotline 08151/2602-9800 oder per E-Mail an bewerbung@impfzentrum-sta.de). Richard Aulehner aus Krailling, Leitender Notarzt und Vorstandsmitglied im Kreisverband des Roten Kreuzes, wird ärztlicher Leiter des Zentrums. Lukas Messerschmidt, Abteilungsleiter von BRK-Mobil, soll als Verwaltungsleiter die Koordination übernehmen, heißt es.

© SZ vom 21.12.2020 / sum
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