Hilfsbereitschaft tut gut in diesen Zeiten: Die Berger Eheleute Judith und Patrick Merkel haben der Gemeinde am Dienstag 2000 zertifizierte FFP2-Schutzmasken gespendet. Hinzu kommen noch 800 Masken für die Berger Feuerwehren. Und noch einmal 800 Masken haben sie nach eigenen Angaben bereits an Starnbergs Polizeichef Bernd Matuschek übergeben. "Uns geht es darum, dass die Einrichtungen in der Umgebung gut ausgestattet sind", sagt der 43-jährige Geschäftsmann über seine Motivation. Nach seiner Erfahrung war es zu Beginn der Coronakrise gerade für Polizeiinspektionen und Feuerwehren äußerst problematisch, an Schutzbekleidung zu kommen.
Die Merkels sitzen praktisch an der Quelle. Denn die Eheleute betreiben mehrere Firmen in Asien und Deutschland. Standort ihrer deutschen Speditionsfirma "Eurasia Global Concept GmbH", über die die Spende läuft, ist Hamburg. Die fünf dort beschäftigten Mitarbeiter waren für den Import der Masken zuständig. Ihr Unternehmen in Hongkong war seit März von der Bundesregierung damit beauftragt, die Qualität und Produktion von Schutzmasken sicherzustellen. Die Masken für die Einrichtungen im Landkreis haben die Eheleute auf eigene Rechnung importiert. Auch den Wohnorten ihrer Mitarbeiter haben sie bereits Masken gespendet.
"Etwas Besseres kann uns gar nicht passieren", sagt der Zweite Vorsitzende der Berger Feuerwehr, Florian Lindner. Er koordiniert die Verteilung der Masken an die fünf Feuerwehren der Gemeinde. Im Moment ist es vorgeschrieben, dass die Feuerwehrleute bei jedem Einsatz eine Maske tragen, um sich selbst und andere zu schützen. "Das ist Pflicht." Da kommt die großzügige Spende sehr gelegen. Lindner: "Wir sind schlicht happy."
Auch Bergs Bürgermeister Rupert Steigenberger (BG) findet die Aktion der Eheleute super. "Wenn jemand von sich aus helfen will, ist das immer positiv", sagt er. 400 der 2000 Masken gibt die Gemeinde nach seinen Angeben an den Ökumenischen Kranken- und Altenpflegverein der Gemeinde. 200 gehen an die vier Hausarztpraxen und die Physiotherapieeinrichtungen. "Ich gehe davon aus, dass wir 1000 Masken gleich unter die Leute bringen", sagt der Rathauschef. Er will auch seine Kollegen der anderen Gemeinden darüber informieren, dass in Berg Schutzmasken lagern, die "möglichst schnell dort hinkommen sollen, wo sie benötigt werden".
Die Eheleute Merkel zählen zu den sogenannten Neubürgern in Berg. Sie leben erst seit vergangenem Jahr hier. "Berg ist unsere Wahlheimat", sagt Patrick Merkel. An den Starnberger See hat es die Familie hauptsächlich wegen der Munich International School in Percha verschlagen, die ihre 14- und zehnjährigen Töchter besuchen. "Unsere Töchter fühlen sich schon jetzt hier sehr wohl", erzählt er. Vor allem das Reiten habe es den beiden Mädchen angetan. Aber auch die Nähe zu See und Bergen ist für die Familie großartig. Bisher waren die Merkels das Großstadtleben gewohnt. Denn zwölf Jahre lang haben sie in Hongkong gelebt.
